Podcast Episode #10 – im Gespräch mit Dieter Hofmann

Veröffentlicht von Daniel

am 3. November 2016

Herzlich willkommen zur zehnten Ausgabe des Hirndrang Podcast. Zehn Folgen. Ich kann es kaum glauben. Aber wie ihr hören könnt hören, bin ich weiter munter am labern und es macht weiterhin super viel Spaß. Ich bin sehr dankbar für die tollen Gäste mit denen ich mich bisher unterhalten durfte.

Und genauso geht es auch mit dieser Folge weiter. Ich habe mich dieses Mal mit Dieter Hofmann unterhalten. Er ist Geschäftsführer der Internationalen Design Messe Blickfang und die Blickfang sollte mindestens den Stuttgartern unter euch bekannt sein.

Diese Episode geht mit rund 45 Minuten mal wieder ein bisschen länger, denn ich habe mich mit Herrn Hofmann einerseits über sein Unternehmen, Design und kreative Leute unterhalten und andererseits aber auch über seine unternehmerischen Tipp, Tricks und Routinen. Ein sehr interessantes und tolles Gespräch.

Viel Spaß

Transkript HIRNDRANG Podcast, Episode #10, im Gespräch mit Dieter Hofmann

Intro:
Hallo und herzlich willkommen zur zehnten Ausgabe des Hirndrang Podcast. Ja ihr habt richtig gehört. Zehn Folgen. Ich kann es kaum glauben, da ich ja anfangs selber nicht wusste, ob das was für mich ist und einfach mal begonnen hab. Aber ihr könnt hören, dass ich noch dabei bin und es mir weiterhin super viel Spaß macht und ich bin sehr dankbar für die tollen Gäste mit denen ich mich bisher unterhalten durfte. Und genauso geht es auch mit dieser Folge weiter. Ich habe mich dieses Mal mit Dieter Hofmann unterhalten. Er ist Geschäftsführer der Internationalen Design Messe Blickfang und die Blickfang sollte mindestens den Stuttgartern unter euch bekannt sein.
Diese Episode geht mit circa 45 Minuten mal wieder ein bisschen länger, denn ich habe mich mit Herrn Hofmann einerseits über Design und kreative Leute unterhalten und andererseits aber auch über seine unternehmerischen Tipps, Tricks und Routinen mit denen er erfolgreich ist. Ein sehr interessantes und tolles Gespräch.

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Dieter Hofmann: Mein Name ist Dieter Hofmann und ich bin der Gründer, Initiator der Design Messe Blickfang und der gleichnamigen Firma. Bin glücklich verheiratet mit drei noch relativ jungen Kindern und vom Ausbildungsbackground, ich habe Wirtschaftswissenschaften studiert. Und seit ich 21 Jahre alt bin, bin ich eigentlich selbstständig. Also habe mich sehr früh schon parallel im Zivildienst praktisch mit meinem etwas jüngeren Bruder selbstständig gemacht. Wie es dazu kam. Also, warum bin ich selbstständig geworden? Das ist eine ganz nette Geschichte in unserem Fall, meinem Fall finde ich. Ja im Grunde sage ich eigentlich immer ganz gerne, dass es so ein bisschen wie so vom Tellerwäscher zum Millionär bei uns entwickelt hat. Beides stimmt nicht ganz. Zum zweiten arbeite ich noch am Thema Millionär. Aber wir sind tatsächlich so als sieben- oder Ein oder achtjährige Kinder, da mit meinem jüngeren Bruder sind wir auf Kinderflohmärkte gegangen, so das im Grunde alles angefangen. Dann haben wir unser altes Kinderspielzeug verkauft. Haben so die Idee dieser Märkte kennengelernt. Haben dann relativ schnell die Idee gehabt Waffeln zu verkaufen auf diesem Kinderflohmarkt. Den Teig hat natürlich Mutter gemacht und wir haben dann da mit unserem Waffeleisen gestanden. Das haben relativ schnell andere Kinder gemerkt. Ja coole Idee, machen wir auch. Und das war das Ergebnis, dass natürlich die Kinder, weil sie alle keine Kosten hatten für den Waffelteig sich gegenseitig unterboten haben, immer billiger wurden. Dann haben wir Preisabsprachen geführt mit den anderen Kindern als Siebenjährige und ja haben halt so schon unheimlich früh, ich sage mal so die Gesetze der Marktwirtschaft kennengelernt. Das war irgendwie ganz spannend rückblickend. Dann einige Jahre später so mit glaube ich war 18, habe ich mit meiner damaligen Clique wollten wir nach Schweden fahren, wollten uns einen Bus kaufen. Und dann kam die Idee wieder auf, ja warum nicht auf Flohmärkte gehen. Erstmal unser eigenes altes Zeug verkaufen. Und dann haben wir auch angefangen relativ schnell zu unserem Sperrmüll gefahren sind, andere Dinge eingesammelt haben, haben dann auch tatsächlich so viel Geld verdient um uns den Bus leisten zu können, der leider nur von Stuttgart nach Pforzheim fuhr und dann nicht mehr weiter. Aber es war so die, ich sage mal es war so der Startschuss für die eigene Selbständigkeit. Haben dann irgendwann im großen Stil Comics angekauft und verkauft in irgendwelchen dubiosen Hinterhofgaragen und sind dann, ja haben dann einfach so gemerkt so wie die anderen Veranstalter das machen, so können wir das auch machen. Und so kam im Grunde dann die Idee auf, die ersten eigenen Veranstaltungen zu machen und hatten auch nochmal so ein Déjà-vu Erlebnis mit dem damaligen Veranstalter, kann ich mich heute noch dran erinnern. Der saß auf seinem Fahrrad und durfte dann mit seinem Tapeziertisch ihm immer hinterherlaufen und dann hat er immer so gönnerhaft mir irgendwelche Lücken gezeigt wo man sich hinstellen durfte. Und das ist der Inbegriff der Nichtkunden Zentriertheit und ich glaube das war auch mit ein Treiber, dass wir gesagt haben, wir machen das selbst und machen das zehnmal besser wie diese Veranstalter. Und so kam das dann. So haben wir dann mit Anfang 20, damals noch im Zivildienst unsere erste Firma gegründet und die ersten eigenen Veranstaltungen durchgeführt und so ist das dann nach und gewachsen zu unserem Messe-Business. #00:04:50-6#

Daniel Kientz: Coole Geschichte. #00:04:52-2#

Dieter Hofmann: Ja es klingt im Nachhinein natürlich alles total logisch, total geplant. So als Kind damit begonnen, jetzt machen wir das im großen Stil, haben relativ viele Mitarbeiter. Ich denke das war es gar nicht, es war in letzter Konsequenz nicht wirklich geplant. Es hat sich durch viele Dinge, hat sich einfach so ergeben und im Nachhinein klingt das sehr logisch, aber wir haben die Chancen ergriffen und haben sie halt dann weiter vertieft irgendwie. Aber haben auch viele Fehler natürlich dann gemacht in den ersten Jahren, viel Geld verloren und das ist sicherlich auch eine Kunst, da den richtigen Mittelweg zu finden. Auf der einen Seite an seine Idee zu glauben, dranzubleiben, aber auch manchmal den richtigen Punkt zu finden sich von einer Idee wieder zu verabschieden. Also ich vergleiche es gerne so ein bisschen mit Beziehungen. Ich glaube ich habe mich noch nie von einer Beziehung zu schnell trennt. Also ich habe mich immer, wenn dann zu spät getrennt rückblickend und ich habe mich auch in meiner Anfängerzeit eher zu spät von irgendwelchen vermeintlich guten Geschäftsideen getrennt. Kann ich für mich sagen. Vielleicht gibt es auch Leute die zu schnell ihre gute Idee aufgeben aber da so den Mittelweg zu finden, wirklich dranzubleiben gegen Widerstände, aber auf der anderen Seite auch irgendwann schmerzhaft zu erkennen vielleicht, nein, die Idee funktioniert nicht und ich muss sie einfach aufgeben. Das ist glaube ich eine gewisse Kunst. #00:06:22-8#

Daniel Kientz: Für die, die es nicht wissen, können Sie die Blickfang und das, was sie tun, kurz beschreiben? #00:06:28-9#

Dieter Hofmann: Wir sind Organisator der Design Messe Blickfang. Die Blickfang ist eine, wie ich schon sagte, Design Messe für Möbel, Mode und Schmuck, wo sich junge aufstrebende, unabhängige Design Labels den in erster Linie Endverbraucher-Publikum präsentieren. Sprich, an drei Tagen, wenn die Blickfang immer stattfindet, habe ich als interessierter Endkunde, als an Design interessierter Endkunde die Möglichkeit den Macher hinter dem Produkt persönlich kennenzulernen. Mit dem Macher sprich Designer ins Gespräch zu kommen und dann auch bei Gefallen das Produkt direkt vor Ort kaufen zu können. Und das Schöne ist also dieser direkte Austausch. Es steht der Designer direkt auf der Blickfang, der Kunde spricht mit dem Designer und erfährt so quasi auch zur Geschichte des Produktes, was zu den Beweggründen. Erfährt so eine gewisse emotionale Aufladung wie ich finde und das macht die Blickfang sehr besonders und ist so der besondere Charme der Blickfang. #00:07:34-4#

Daniel Kientz: Also ich fand es immer super, dass man es sich auch angucken und das dann direkt kaufen kann. Also das fand ich so ein bisschen unüblich für eine Messe und das halt Sachen sind, die man üblicherweise nicht kennt oder die ihre so ein bisschen im Verborgenen sind und nur für Kenner sage ich mal bekannt sind. Wie entdeckt man da was? Also erstens wie kommt so eine Idee zustande und wie kommt man auf die Leute, die da ausstellen? #00:08:00-8#

Dieter Hofmann: Ja im Grunde alle Themen. Ich mache mittlerweile „nur“ noch die Blickfang. Wir haben auch begonnen im Messebereich mit relativ viel verschiedenen Themen und das waren eigentlich immer Themen, die uns privat auch interessiert haben. Wir haben die erste Trendsportmesse in Deutschland gemacht „Abenteuer Sport“ hieß die, auf dem Cannstatter Wasen, weil wir selber halt Drachen geflogen sind und andere Sportarten in dem Bereich gemacht haben. Wir haben früher Umweltmessen gemacht. Wir haben im Gourmet-Bereich waren wir die ersten in Deutschland, die an Endverbraucher Gourmet-Messen aufgegleist haben. Wir machen Hochzeitsmessen, haben wir früher gemacht. Es waren meistens Themen entweder, die uns persönlich interessiert haben. Also ich persönlich wollte zum Beispiel Design studieren, habe dann sechs Wochen lang eine Schreinerlehre gemacht, habe nach sechs Wochen gemerkt, nein, ist nicht so ganz meins und habe dann erstmal, weil mir nichts Besseres einfiel, habe ich mich bei VWL eingeschrieben und dann bin ich halt irgendwie bei den Wirtschaftswissenschaften hängengeblieben. Es waren immer so diese privaten Interessen die dann sich in diesen Messethemen niedergeschlagen haben. Ja und wie kommen wir an diese Designer? Wir haben praktisch eine Mitarbeiterin bei uns, die Katja Famulok die nur für den Ausstellerkontakt oder in erster Linie für den Ausstellerkontakt zuständig ist. Und sie hat die schöne Aufgabe eigentlich ich sage mal fast das halbe Jahr immer in ganz andere Design Messen zu besuchen und ist im Grunde so ein bisschen unsere Markenbotschafterin und akquiriert eben auf anderen Messen uns noch unbekannte Designer und wir sind mittlerweile auch in der sehr glücklichen Situation, dass sich sehr, sehr viele Designer von sich aus mittlerweile bei der Blickfang bewerben. Also wir haben immer so knapp doppelt so viele Bewerbungen wie wir eigentlich Fläche haben und können so die besten auswählen. #00:09:56-0#

Daniel Kientz: Jetzt haben Sie ja gemeint, dass es immer so Themen, die Sie privat interessiert haben. War es dann ein Zufall, dass sie auf einmal bei einem Thema ich sage mal steckengeblieben sind oder dabeigeblieben sind also bei Ihnen in dem Fall die Blickfang? #00:10:09-5#

Dieter Hofmann: Ja was ist Zufall im Leben? (lacht) Also es war letztendlich schon mein Steckenpferd von den Themen, die wir so gemacht haben. Wir haben auch mal eine Personalfachmesse gemacht, fand ich auch die einzige B2B Messe, die wir gemacht haben. Fand ich auch sehr spannendes Thema. Aber letztendlich war die Blickfang, das war schon so mein persönliches Steckenpferd. Ich finde das Thema mega-spannend. Ich habe zu Hause, ich weiß noch genau wie ich vor drei Jahren die letzte IKEA Lampe durch eine Blickfang Lampe ersetzt habe. Und die Glocken haben geläutet und was weiß ich alles. Es war einfach ein schönes Gefühl. Und das, ich eigentlich alle Designer von den Dingen, die bei mir zu Hause rumstehen. Ich kenne die Leute dahinter, ich kann dazu eine Geschichte erzählen. Und das fand ich schon immer extrem spannend. Also ich komme jetzt ein bisschen mehr aus der Möbelecke. Meine Geschäftsführerin, die Jennifer Ries, vertritt ist sicherlich eher die Modevertreterin hier, die Fashion-Vertreterin und so hat so jeder sein persönliches Steckenpferd, das er mit einbringt und Design eben war schon immer ein Thema, was mich sehr angesprochen hat. Kombiniert mit der Tatsache, dass Veranstaltungen auch schon Zeit meines Lebens eigentlich ein großes Thema halt waren, gehabt haben. Wir sind schon als Kinder auf Kinderflohmärkte gegangen und so hat sich das dann so nach und nach entwickelt. #00:11:34-2#

Daniel Kientz: Okay. Jetzt gibt es die Blickfang ja in mehreren Orten. Ist es so, dass die Idee von Anfang an gleich gefruchtet hat? Wie war so der Werdegang? Es wird ja eben so ein bisschen wie soll ich sagen erzählt, wenn man dann auf eine Idee stößt, dann oftmals muss man eben drum kämpfen und bei anderen Glücklichen hat man zehn Ideen und eine davon funktioniert auf Anhieb super. Wie war es bei Ihnen? #00:12:06-0#

Dieter Hofmann: Ja ich glaube, dass es auf Anbeginn sofort super funktionieren, also ich glaube das gibt es relativ selten. Ich denke schon, dass man am Anfang kämpfen muss wenn man eine neue Idee am Markt platzieren muss. So war es auch bei uns. Wir waren quasi die ersten, die die Idee hatten, begonnen Möbel Design an Endverbraucher zu präsentieren und da hat sich die sogenannte Fachwelt drüber amüsiert, totgelacht. Also das Beste war, wir waren damals eben vor wahrscheinlich 27 Jahren, haben mit dem damaligen Leiter vom Design Center gesprochen, der so sinngemäß zu uns meinte, jede Woche kommt jemand hier in sein Büro mit einer schwachsinnigen Idee und diese Woche sind wir das oder ja uns gibt es noch. Ihn glaube ich nicht mehr. Eben man muss glaube ich schon dran glauben definitiv und man muss, man hat am Anfang sicherlich auch Höhen zu überwinden, weil irgendwie das Alter auch ablöst. Dann haben sie noch zwei Jahre später nochmal einen Schritt weitergegangen und haben auch Mode und Schmuck dazu genommen und dann waren wir endgültig, haben wir das Design sozusagen in seiner damaligen Vorstellung wie so ein bisschen verraten. Da hat das Ganze ja auch so ein bisschen Markt-Charakter, den ich immer sehr schätze, weil das macht auch nur so Sinn für unsere Aussteller, wenn sie direkt vor Ort verkaufen können. Und das waren schon so Dinge, wo ja wo die damalige Fachwelt einfach nicht daran geglaubt hat und ich denke mal, mittlerweile es gibt ja all diese Concept Stores, die genau diese Themen kombinieren und so gesehen, waren wir eigentlich Vorläufer von dieser Idee des Concept Stores mit der Blickfang und haben dann damit auch Erfolg gehabt und haben den immer noch und sind dann noch mehr gewachsen. Natürlich hat sich das Konzept über also die Blickfang Stuttgart gibt es jetzt, feiert nächstes Jahr 25-jähriges Jubiläum. Also die gibt es schon sehr lange und in der Zeit hat sich natürlich die Idee der Blickfang in ihrer Darstellung verändert. Wobei das Grundkonzept gleichgeblieben ist. #00:14:17-2#

Daniel Kientz: Jetzt gibt es das inzwischen in mehreren Orten. Wo soll es noch hingehen? Oder wie geht es weiter? #00:14:23-7#

Dieter Hofmann: Ja also Blickfang findet ja an sechs Standorten aktuell statt, in Deutschland, Stuttgart, Hamburg, München. In Wien, in Österreich und in der Schweiz in Zürich und Basel. Wir haben die Blickfang auch mal in Tokio vier Jahre durchgeführt, wir waren 3 Jahre mal in Kopenhagen. Haben uns jetzt aktuell wieder auf den deutschsprachigen Raum konzentriert und werden Stand heute auch im deutschsprachigen Raum noch weiter wachsen. Eine Idee, die mir so ein bisschen durch den Kopf geht, schon wieder internationaler zu werden. Dann aber eher mit Partnern vor Ort, also so eine Art Franchise Konzept zu fahren. Was jetzt noch neu haben seit 2 Jahren, ist auch eine sehr, sehr spannende neue Geschäftsidee oder neue Geschäftsidee für uns neu, dass wir die Blickfang auch online in Form Blickfang Design Shops umgesetzt haben. Sprich, es gibt jetzt einen Online-Shop zu Blickfang, wo ich als Kunde jederzeit die Möglichkeit habe, Produkte von Blickfang Designern online zu kaufen. Eine völlig neue Welt für uns. Das war sehr spannend. Und da haben wir auch viel Herzblut und Geld erstmal investieren dürfen. Kommen aber jetzt mittlerweile an einen Punkt, wo wir auch merken, es funktioniert. Es hat seine Daseinsberechtigung und das ist eigentlich so meine Visionen immer gewesen, mit der Blickfang eine Plattform zu sein, die jungen Designern ganzjährig die Möglichkeit gibt ihre Produkte an das richtige Publikum verkaufen zu können. #00:15:56-0#

Daniel Kientz: Bei den Kreativen hat man meistens das Problem, man hat einfach keine Basis, keine Nutzer und keine Kunden oder keine Möglichkeit sich so groß zu verbreiten und braucht halt irgendwelche Plattformen. Also. #00:16:07-5#

Dieter Hofmann: Genau. Und oft unterschätzt man ja auch, ich meine, das ist ja heutzutage auch relativ einfach, ich kann für wenig Geld einen Online-Shop aufgleisen und dann habe ich das Gefühl ich bin jetzt World-Wide unterwegs. Aber so ist es einfach letztendlich nicht #00:16:22-0#

Daniel Kientz: Es kommt halt keiner. #00:16:22-0#

Dieter Hofmann: Es kommt halt keiner (lacht) und selbst wir haben gemerkt und ich meine wir haben 100.000 Messebesucher im Jahr, bis dieser Online-Shop jetzt mal Zugangszahlen monatliche hat, die deutlich noch ausbaufähig sind, aber die jetzt schon mal ganz gut sind. Das war nicht einfach und da musst man viel tun und da haben wir auch viel gelernt und das ist natürlich für einen jungen Designer, der oft auch, was diese kaufmännische Seite angeht, eher nicht seine Stärken hat, ist es ein Riesenproblem, aber auch eine Riesenchance natürlich und da kommt dann die Blickfang ins Spiel, die einfach durch die Erfahrung und durch die Verbreitung meiner Meinung nach eine Super Plattform dann darstellt. #00:17:10-9#

Daniel Kientz: Designer und die Aussteller: Wie ist das Verhältnis von international zu deutsch? Also gibt es da viele Deutsche, die sich da bewerben? #00:17:25-9#

Dieter Hofmann: Also wir haben eine, wir sagen eigentlich typischerweise immer, dass ein Drittel der Designer kommt aus der jeweiligen Stadt, ein Drittel kommt aus dem jeweiligen Land und ein Drittel kommt aus dem Ausland. Das ist so mehr oder weniger auch die Quote, die bei jeder Stadt zutrifft. Es gibt Städte wie Wien jetzt zum Beispiel, Wien ist jetzt nicht gleich Österreich, aber Wien hat natürlich eine überproportional große Bedeutung für Österreich. Da ist sicherlich der Anteil der Wiener Aussteller in Wien ist eher Richtung 40 Prozent und dann vielleicht nochmal nur 10 Prozent aus dem Rest von Österreich, aber im Prinzip ist das immer so die Verteilung. Also wir haben eine regionale Verankerung, was uns auch sehr wichtig ist, wir haben aber auch genauso eine hohe internationale Verankerung und da bemerken wir auch wie der nichtdeutschsprachige Ausländeranteil eigentlich immer mehr wächst. Also in Stuttgart sind ja die Schweizer und Österreicher auch Ausländer, aber eben dieser internationale nichtdeutschsprachige Ausländeranteil, der wird immer größer und so ein Stück weit Wien ist das Tor zum Osten. Da haben wir relativ viel Designer aus, spannende Designer aus Polen, aus der Tschechei, aus Ungarn, also aus diesen ehemaligen Ostblockländern und das ist sehr spannend, weil da nochmal trotz aller Globalisierung ja doch noch eine andere Designsprache sieht und eine gewisse Vielfalt dann auch spürt. #00:19:03-3#

Daniel Kientz: Was sind so Ihrer Meinung nach so die Design Hotspots oder die Design Städte, wo Spannendes passiert? #00:19:09-0#

Dieter Hofmann: Ja Klassiker ist natürlich nach wie vor Berlin, wo also in Deutschland auf jeden Fall oder europaweit sehr viel passiert. Es war lange Zeit mal so Spanien, Barcelona und so. Das ist von meinem Eindruck her wahrscheinlich auch ein Zeichen der Krise, eher weniger geworden. Also zumindest im Ausland weniger spürbar. Ja also Dänemark, also Kopenhagen war schon extrem spannend für uns. Also im skandinavischen Raum passiert viel. Aber auch, also ich persönlich bin auch ein großer Fan vom Schweizer Design, das so sich, das so durch einen gewissen Purismus sich einfach auszeichnet. Das ist so ein bisschen gerade im Möbelbereich auch so mein Ding sage ich mal. Aber tatsächlich auch relativ viel im Osten, was so neue also auch in den ehemaligen jugoslawischen Ländern, wo man erstmal so gar nicht vermuten würde, da tut sich viel und es kommen spannende Dinge. #00:20:12-2#

Daniel Kientz: Thema Digitalisierung. Also Sie hatten jetzt Ihren Online-Shop erwähnt. Aber jetzt vielleicht für die Designer, also wie betrifft Sie dieses Thema Digitalisierung, den Messebereich natürlich auch so ein bisschen oder den Veranstaltungsbereich wie auch die Designer, sei es durch irgendwelche Plattformen, die es im Internet gibt oder eben auch durch, man kann halt auf jede Webseite theoretisch gehen und alles recherchieren, alles herausfinden. Ich glaube nur dieser Filter, dieses Kuratierte wird einfach immer wichtiger. Jetzt wollte ich die Fragen stellen nochmal. Wie betrifft Sie das Thema Digitalisierung? #00:20:48-2#

Dieter Hofmann: Also ein bisschen haben Sie es schon beantwortet. Also natürlich ist es eine Herausforderung für uns. Ich sage mal vor ja man muss glaube ich sogar wirklich nur 10 Jahre zurückgehen, da gab es das Internet natürlich schon, aber da war einfach dieses Tages, im Daily Business war das noch nicht so präsent. Ich würde wirklich behaupten, wenn man vor 10 Jahren, gar 15 Jahren, an jungem Design interessiert war, dann gab es schlicht und ergreifend fast keine andere Möglichkeit wie auf die Blickfang zu gehen. Das hat sich natürlich verändert. Insofern, dass es eben wahnsinnig viele Design-Plattformen gibt. Ich meine, wir sind auch nicht der erste Design-Shop, der jetzt online unterwegs ist. Es gibt auch viele kleinere Veranstaltungen in dem Bereich, die so ich sage mal eher so im Dawanda, Do it Yourself Handmade Bereich unterwegs sind. Das Besondere an der Blickfang ist tatsächlich das Kuratierte, also, dass wir eine Auswahl-Jury haben, dass wir mit professionellen Designer zusammenarbeiten, die über die Auswahl die tätigen und das letztendlich dann doch das Wichtige an diesen Design-Produkten wie man sie auf der Blickfang findet, ist dann ja doch nur noch die Haptik. Also ich will die Dinge einfach anfassen, ich will sie spüren, ich will die Oberfläche mir genau anschauen können, ich will den Stoff in der Hand halten. Und das funktioniert einfach online nach wie vor nicht. Und ich finde diese Leute auch oft online gar nicht, also diese besonderen Leute. Natürlich, wenn es darum geht einen Vitra Stuhl mir zu kaufen, das funktioniert auch online. Da weiß ich, was ich bekomme, aber wenn es dann schon kein Vitra Stuhl mehr ist, jetzt mal so als Beispiel, dann wird es schon schwierig, weil dann möchte ich einfach drauf sitzen. Ich möchte ihn anfassen können und da ist dann einfach dieser Face to Face Punkt extrem wichtig und das ist auch von meinem Gefühl eher was, was die Leute auch wieder mehr am Suchen sind, diesen direkten Kontakt. Also neben all dem, was ich auch total schätze auch, all diesen Möglichkeiten, die einem die Online-Welt bietet, glaube ich, dass dieser direkte Kontakt wieder an Wichtigkeit gewonnen hat, dass es den Leuten einfach, ja, dass die das schätzen, dass es so eine Qualität mit sich bringt und ich glaube, diesen Aspekt, dass das direkten Kontaktes, der Geschichte des Designers erfahren, das Produkt mehr kennenzulernen, das funktioniert nur in der realen Welt, das funktioniert nur sehr, sehr bedingt online. #00:23:28-0#

Daniel Kientz: Möbelhäuser fällt mir jetzt gerade so ein. Also man, Möbelhäuser finde ich persönlich schwierig, ich habe das Gefühl, die sind so ein bisschen besser geworden, also nicht die ganz Großen, aber inwiefern ist das Konkurrenz oder durch die Blickfang eben auch eine Chance, ich sage mal in ein Möbelhaus zu kommen mit meinen Möbeln oder so an Größeres zu kommen oder was machen die Möbelhäuser falsch? #00:23:52-4#

Dieter Hofmann: Wir haben ja teilweise, also ich denke Möbelhäuser und der ganze Einzelhandel haben auch das Problem, dass die keinen Traffic im Laden haben, also haben ein Frequenzproblem. Das hat die Blickfang zum Glück nicht. Also wir haben an 3 Tagen Stuttgart mal als Beispiel über 20.000 Besucher. Also offensichtlich ist da ein großes Interesse seitens der Besucher an dieser Art des Zusammentreffens. Natürlich ist die Blickfang, wird von bleiben wir bei dem Beispiel von Möbelhäusern oder von anderen Einzelhändlern gesucht, die dann Produkte für ihre Geschäfte suchen. Das finde ich auch super. Das pflegen wir auch sehr. Wir arbeiten auch an diversen Standorten mit ausgewählten Einrichtungshauspartnern zusammen. Das Problem ist sicherlich finde ich, dass in den meisten gehobenen Einrichtungshäusern überall derselbe Kram steht. Also es ist eben ich habe vorhin Vitra genannt. Das ist jetzt nur ein Beispiel, aber es sind einfach immer dieselben Produkte, wo man vielleicht auch als Einzelhändler nicht so viel verkehrt machen kann. Das finde ich als Kunde eher langweilig. Ich möchte nicht denselben Stuhl bei mir im Wohnzimmer haben, denn gefühlt alle in ihrem Wohnzimmer stehen haben. Das finde ich langweilig und das Andere ist natürlich, dass viele unserer Designer gar nicht die Margen hergeben können. Also die können im Handeln nicht funktionieren. Weil das ist ja schon das Besondere an der Blickfang, viele Dinge sind manufakturell gefertigt in Kleinserien und sind dadurch ehe schon nicht, natürlich nicht superteuer, aber sie sind, sie können nicht mit IKEA und dergleichen konkurrieren. Es hat einfach eine andere Wertigkeit, zu Recht auch eine andere Wertigkeit. Aber diese Produktionsart erlaubt einfach nicht nochmal 100, 200 Prozent Marge oben drauf zu schlagen. Dann wäre es definitiv zu teuer und deswegen bleibt vielen Designern einfach nur die Möglichkeit des Direktvertriebes und da ist die Blickfang eben ganz zentraler Kanal. A, um direkt vor Ort zu verkaufen und B aber auch, um neue Kunden kennenzulernen. #00:26:10-5#

Daniel Kientz: Was muss ich als Designer haben, mitbringen oder mein Produkt mitbringen, um zu Blickfang zu kommen? #00:26:17-2#

Dieter Hofmann: Ja erstmal zu Blickfang zu kommen, brauche ich, muss ich ein gutes Produkt haben. Das Design, das Benutzererleben das muss eine gewisse, also Design ist sicherlich ganz zentral. Da muss das Produkt muss eine gewisse Einzigkeit haben, was sicherlich schwierig heutzutage ist. Es muss auch eine gewisse Marktfähigkeit haben. Also wir schauen schon, unsere Auswahl-Jury schaut schon darauf, dass zum Beispiel auch der Preis schlicht und ergreifend ein realistischer Marktpreis ist. Gewisse Nachhaltigkeitsaspekte spielen eine immer größere Rolle. Ja und vor Ort muss ich mich präsentieren können. Es ist einfach wichtig vor Ort, ich muss vor Ort das wie eine Schaufenstergestaltung, ich muss meinen Stand so ansprechend gestalten, dass der Besucher Lust hat in meine Welt einzutauchen und dann muss ich den, der Lust hat in meine Welt einzutauchen auch noch gut bedienen. Also ich muss ein gutes Kundenmanagement betreiben. Und das sind dann schon 3 Fähigkeiten, die ich als Designer haben muss. Und da wird es dann auch irgendwann auch schwierig. Also zum Beispiel gerade dieses Thema Kundenmanagement, das ist sowas, was viele Designer leider einfach zu wenig betreiben, dass sie die Qualität ihrer Kundenadressen nicht genügend erkennen und diese auch nicht genügend pflegen. Das ist schon ein Punkt, wo ich immer versuche in Beratungsgesprächen unsere Designer so ein bisschen an die Hand zu nehmen und zu sagen, gucke, dass du deine Kunden bedienst, dass du deine Kunden pflegst, dass du deine Kunden einlädst, dass du zu deinen Kunden eine Beziehung aufbaust. Weil das ist dein Vorteil, den du als kleiner, als relativ kleiner Gewerbetreibender hast, dass du einfach zu deinen Kunden eine Beziehung aufbaust, weil es ist zehn Mal einfacher einen schon bisherigen Kunden zum erneuten Kunden zu machen wie neue Kunden zu gewinnen. Bau dir wie so eine kleine Fangemeinde auf und pflege die dann auch und ja das ist so ein Bohren tiefer, dicker Bretter sagt man glaube ich. Aber meiner Meinung nach ein ganz zentraler Punkt, um als Designer aber auch sonst als Unternehmer erfolgreich zu sein. #00:28:39-1#

Dieter Hofmann: Ist durch die Online Welt also sage ich vielen Kunden tatsächlich auch egal um welches Thema es geht, ist es ein bisschen, sage mal technisch zumindest einfacher geworden, Kontakt aufzubauen, Kontakt zu halten. Man muss es halt tun, das ist meistens das Schwierige und nachhaltig tun. #00:28:53-7#

Dieter Hofmann: Genau. Also man durch E-Mail Serien und so weiter und so fort kann man relativ viel heutzutage machen und da fängt es schon an, dass es viele eben nicht tun und ja also da ist viel Potential, wo dann einfach auch die Stärke liegt. Und das beobachte ich auch immer wieder, also die Designer, die schon seit Jahren auf die Blickfang kommen und offensichtlich Erfolg haben, da liegt es natürlich auch an deren Design, keine Frage. Aber ich würde mal behaupten, es liegt in einer ähnlichen Größenordnung einfach auch daran wie sie Kundenmanagement betreiben. Wie sie mit ihren Kunden die Beziehung einfach pflegen. Also es macht, also würde sogar ketzerisch sagen, wahrscheinlich mehr oder sogar der wichtigere Faktor wie das Design wie die Gestaltung, dass ich einfach, wenn es mir gelingt, eine persönliche Beziehung zu meinen Kunden aufzubauen und die zu pflegen, dann werde ich erfolgreiche sein. #00:29:54-7#

Daniel Kientz: Wo wir gerade bei dem Thema sind. Gibt es weitere Tipps oder Impulse, wo Sie sagen, da das hat Sie als Unternehmen, Sie als Unternehmer erfolgreich gemacht? #00:30:06-4#

Dieter Hofmann: Ach ich denke eine Stärke von uns ist immer gewesen, wir sind natürlich, wir stehen natürlich sehr im Rampenlicht als Veranstalter und es gibt natürlich oft Besucher, Partner, Aussteller, die viele Dinge nicht gut finden, die wir tun. Also sprich, wir bekommen schon hier und da auch Kritik zu hören, auch berechtigte Kritik und ich denke eine Stärke von uns war immer, egal wie heftig die Kritik war, das erstmal zuzulassen, sich davon nicht sozusagen fertigmachen zu lassen innerlich und dann einfach zu gucken, was kann ich daraus lernen. Also, was kann ich da rausziehen, was kann ich, wo stimmt es einfach, also wo ist die Kritik berechtigt. Oder es muss ja nicht immer Kritik sein, es können auch Anregungen sein. Also ich wage mal so die Behauptung, dass ich denke wir sind sehr innovativ in dem, was wir tun mit der Blickfang. Wir haben viele Dinge von meiner Wahrnehmung her quasi als Erste im Markt so angestoßen, aber es waren meistens Anregungen, die in irgendeiner Form von außen gekommen sind. Wir haben die dann in den seltensten Fällen eins zu eins umgesetzt, wir haben sie dann aber in Blickfang like gebracht, aber wir waren immer sehr, sehr offen für Anregungen von außen und haben eben unser Ding dann daraus gemacht. Und ich denke diese Offenheit sich zu bewahren, halte ich für immens wichtig. Also man darf glaube ich nie das Gefühl haben, ich weiß alles, ich kann alles, ich mache das alles perfekt. Man kann schon von sich, tue ich auch selber, glauben man ist gut in dem, was man tut, aber eben Dinge von außen zulassen, an sich ranlassen und dann gucken wie kann ich da mein eigenes Ding draus machen. Das fand ich jetzt rückblickend für unser Business immer so eine ganz wesentliche Triebfeder. Also immer mit den Leuten zu reden auch und auch wirklich sich dieses Feedback aktiv einzuholen, also nicht nur drauf zu warten, dass jemand was sagt, sondern es wirklich aktiv einholen, um dann gemeinsam was Besseres draus zu machen. Also und auch die Partner, die Kunden so mit ins Boot zu holen, dass sie dann irgendwann auch dieses jetzt in unserem Fall Projekt Blickfang auch als ihr Projekt verstehen und wie so ja freiwillig selber auch dran arbeiten und diese Wertschätzung dann auch zurückzugeben, um den Leuten eben dieses Gefühl zu geben, hey du bist mir wichtig und ich weiß deinen Input zu schätzen und ich denke aus diesem Miteinander entstehen dann ganz spannende Dinge. Also es war für unser Business extrem wichtig. #00:32:50-7#

Daniel Kientz: Auf die Frage von eben nochmal. Sind die Designer oder ist die Entwicklung der Designer, der kreativen Leute allgemein eher besser geworden? Also sind die, ist die Qualität höher, die Professionalität höher im Vergleich zu von vor 20 Jahren? Oder was hat sich da verändert? #00:33:09-4#

Dieter Hofmann: Ja das ist schwierig zu beantworten. Ich denke, es gibt mittlerweile so eine Aufsplittung. Es gibt eben, was ich vorhin sagte, relativ viel diese Handmade Geschichten, die ich so im Dawanda Umfeld mal sehen würde. Gibt auf Dawanda auch viele gute Leute, aber eben so viel so zuhause nebenbei hergestellte Dinge, die teilweise gut und teilweise eben vielleicht auch nicht ganz so hochwertig sind. Und es gibt halt die Produkte, die wirklich ich persönlich als Design bezeichnen würde. Dann gibt es sicherlich das dritte Standbein der handwerklich gefertigten Dinge, wo so eine Schnittmenge in beide Bereiche sind. Aber hat sich das verändert in den letzten 20 Jahren? Ich denke einfach unser Geschmack hat sich verändert und das wiederum bringt andere Produkte hervor. Also nicht natürlich, es gibt Produkte aus den Anfängen der Blickfang, die finde ich heute noch super. Die haben immer noch ihre Berechtigung, die sind extrem stark, die sind zeitlos. Es gibt aber auch genauso Produkte, ich meine Ende der 90er Jahre irgendwelche komischen Einkaufswägen, die umgeschweißt worden sind und dann sollten das irgendwelche Sofa oder Stühle oder was weiß ich sein. Da schüttelt es mich heute nur. Damals fand man das cool. Oder mit Kuhfell bespannte monströse Sofas und das sieht man heute eher mal weniger. Aber da hat sich einfach auch der Geschmack geändert. Und hat der sich geändert, weil die Designer neue Produkte entworfen haben oder haben die Designer neue Produkte entworfen, weil der Geschmack sich verändert hat? Könnte man lange drüber diskutieren. Also die Dinge sind anders geworden und damit hat sich auch das Design verändert. Ich würde es nur schwierig finden zu sagen, es ist besser oder schlechter. #00:35:06-6#

Daniel Kientz: Ist es vielfältiger geworden oder gleich? #00:35:09-5#

Dieter Hofmann: Das auf jeden Fall. Ich denke es gibt nicht mehr so wie es vielleicht noch vor 20 Jahren, dass man sagen kann, das ist jetzt der Mega-Trend und der alles bestimmende Trend. Das finde ich im Design eher weniger. Also dann denke ich auch so, wenn ich dann so Bilder sehe von wie sich 20-Jährige einrichten mit irgendwelchen alten wie ich finde Oma-Sessel und dergleichen und irgendwelche komischen Bilder an der Wand, das finde ich ja schon fast wieder ja ich weiß nicht, woran mich das erinnert. Das hat mit Design also eben das sind halt alles verschiedene Trends, die da so entstehen. Es gibt nicht mehr die alles bestimmenden Trends und das ist definitiv anders geworden. Und das aber auch gut so finde ich. Also man mischt auch mehr Dinge, das ist vielfältiger geworden. Es ist mehr möglich. #00:36:01-3#

Daniel Kientz: Okay. Gibt es trotzdem als Frage einen Trend oder vielleicht auch eine Fertigungsreise, ich denke jetzt zum Beispiel an 3D-Druck so im Hintergrund oder irgendeine Strömung nenne ich es mal, wo Sie sagen, das ist so eines der nächsten großen Dinge, die das Design beeinflussen wird? #00:36:22-3#

Dieter Hofmann: Nein, kann ich ehrlich gesagt nichts festmachen. Also der 3D-Druck ist natürlich ein Thema auf der Blickfang, aber noch nicht wirklich. Also es ist schon noch so ein Nischenthema. Also man sieht es eher selten. Also hat noch keine wirkliche Relevanz. Auch dieses ganze Thema, gibt ja auch Turnschuhhersteller, ich kann meinen eigenen Turnschuh kreieren uns so weiter, also dieses persönliche, wo ich selber als Kunde in den Produktionsprozess eingreifen kann, sind für mich eher so Nischenthemen. Ich weiß auch gar nicht, ob der Kunde das will. Der möchte einfach ein schönes Produkt kaufen. Ob er sich da jetzt unbedingt selber einbringen möchte und ob das auch immer so hilfreiche ist, ist dann auch nochmal eine spannende Frage. Also ich persönlich würde mich schon so als Semi-Fachmann im Bereich Design bezeichnen, trotzdem fühle ich mich jetzt nicht berufen dem Designer zu sagen, hier an dem Tisch, mache das doch mal so oder so, sondern ich gehe davon aus der Designer, der hat das gelernt, der macht das schon lange, der weiß, warum er es macht und entweder es gefällt mir oder es gefällt mir halt eben nicht und also ich merke das immer, wenn wir unseren Grafikern immer sagen, das finden wir ganz gut, aber mache doch mal das oder das anders. Es wird meistens nicht besser durch dieses mache mal das und das anders und dann wir kommen meistens wieder auf den Ursprungsentwurf zurück und so denke ich ist ein Designer auch und insofern ja vor ein paar Jahren war sehr so dieses wieder man geht zurück zu Holz und geht zurück zu natürlichen Materialien. Ich denke so grundsätzliche Haltung der Kunden hat sich ein bisschen verändert, dass es immer mehr Leute interessiert, wo kommt denn das Zeug her. Also wo wurde es produziert, wurde es eben nicht Made in China oder irgendwie sowas, sondern sind es wirklich Produkte, die wurden hier um die Ecke produziert, das hat man von wahren Menschen, die haben eine Geschichte, die haben einen Herkunftsort. Das sind so Themen, wo ich so das Gefühl habe, dass das ähnlich wie bei der Ernährung vor zehn, fünfzehn Jahren, wo so regionale Produkte immer mehr im Kommen gewesen sind. Heute ist es einfach so für viele Standard und das habe ich so das Gefühl, dass es auch im sonstigen Konsum, sprich auch bei Möbel oder Schmuck immer mehr ein Thema wird, dass man daran interessiert ist, wo die Dinge herkommen. Das ist noch ehesten eine Klammer, die ich in meiner Blickfang Welt feststellen kann. #00:38:47-5#

Daniel Kientz: Okay. Zum Thema Unternehmer. Haben Sie irgendwelche unternehmerischen Impulse, Grundsätze, Tipps, wo Sie sagen können, das tut man am ehesten, um erfolgreich zu sein, zu bleiben? #00:39:04-5#

Dieter Hofmann: Ja ich denke ein Punkt ist natürlich dieses immer sich weiterbilden, immer dranbleiben. Ich war vor Jahren mal, so lange ist es gar nicht her, 4 Jahre glaube ich, war ich mal auf einem Seminar von Boris Grundel, die, die ihn nicht kennen, der war mal Spitzensportler und ist dann glaube mit Mitte, Ende 20, im wahrsten Sinne von der falschen Klippe gesprungen, ist seitdem zu 90 Prozent querschnittsgelähmt. Ich habe selten einen Typen gesehen auf der Bühne, der so eine Präsenz hatte wie er und das Seminar hatte so mehrere Aha-Erlebnisse für mich, aber eines war so besonders. Nämlich diese Aussage, konzentriere dich nur auf die Dinge, die du beeinflussen kannst. Das kennt man ja und ich glaube, das steht sogar schon in der Bibel sinngemäß. Aber dann mit ihm auf der Bühne zu sehen, er ist 90 Prozent gelähmt und hat dann nur so gemeint, ja und wissen Sie worauf ich mich konzentriere? Ich konzentriere mich komplett nur auf die 10 Prozent, die ich bewegen kann und das hatte dadurch ein wahnsinnig starkes Bild bekommen und das war für mich nochmal so ein unheimliches Aha-Erlebnis wirklich mich immer auf die Dinge zu konzentrieren, die in meiner Einflusssphäre liegen. Und das bin in aller Regel ich oder nur ich und sonst relativ wenig und das hat so für mich schon nochmal viel bedeutet, dass ich so gemerkt habe, ich bin will gar nicht andere Leute ändern, ich muss mich selber ändern, ich muss an mir selber arbeiten, ich will auch gar nicht darüber jammern, dass ich den und den Politiker blöd finde oder das und das in der Welt schlimm finde, sondern ich gucke, dass ich in meinem eigenen Umfeld die Dinge soweit beeinflusse wie ich sie kann. Was zum Beispiel für mich zur Konsequenz hat, ich gucke relativ wenig Nachrichten nur noch, um mich nicht mit so viel Müll vollzuladen und konzentriere mich einfach auf meine Dinge irgendwie und das hat in meinem Leben noch immer so wahnsinnig ja viel verändert. Das ist wirklich der Fokus, also kein Rumjammern, sondern der Fokus auf die eigenen Dinge und ich habe relativ Routinen, mit denen ich so in den Tag starte, die auch nochmal so einen Fokus reinbringen und einfach sich auf die eigenen Sachen zu konzentrieren. #00:41:23-4#

Daniel Kientz: Wie sind die Routinen, wenn ich fragen darf? #00:41:25-8#

Dieter Hofmann: Ja ich habe so eine recht umfangreiche Morgenroutine. #00:41:29-7#

Daniel Kientz: Ist ja mit Kindern auch nicht ganz so einfach. #00:41:31-8#

Dieter Hofmann: Nein, aber es geht. Also ich habe so ein bisschen mit, bin mit keinem so tollen Rücken gesegnet. Mache eigentlich seit 10 Jahren wirklich gehe morgens, stehe auf, gehe runter, mache die Kaffeemaschine an und mache erstmal, ich weiß nicht wie lange das geht, 8 oder 10 Minuten mache ich einfach meine Morgenübungen und habe wirklich seitdem fast keine Rückenschmerzen und das ist mir so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich, ich denke da auch gar nicht drüber nach. Das ist wie Zähneputzen, ich mache es einfach und wirklich ich ja alle 2 Wochen vielleicht mal einen Morgen, wenn ich unterwegs bin, wo es dann irgendwie nicht geht. Aber sonst mache ich das immer. Ich schreibe morgens 5 Minute Journal, kennen vielleicht einige. Da schreibe ich morgens immer meine, für was bin ich dankbar, was macht den Tag, was wird den Tag besonders machen und einfach immer wieder diesen Fokus auf die mir wichtigen Dinge. Beim Alex Hartmann habe ich so eine nette Idee mal aufgegriffen. Ich schreibe mir auch jeden Morgen meine 4 Ziele, die gerade für mich relevant sind, mir 4 Mal auf und habe jetzt noch angefangen Meditation morgens zu machen. Das gelingt mir nicht ganz immer, aber ja ich sage mal im Ergebnis ist das keine halbe Stunde, die ich da investiere, aber seitdem ich das wirklich regelmäßig mache, merke ich auch wie ich viel ja wie ich viel gelassener geworden bin, wieviel dankbarer geworden bin und mich einfach auch nicht ja bei diesem ständigen Rumgejammere mit einklinke, sondern einfach so wirklich die Haltung habe, mein Leben ist super, ich bin dafür dankbar und ich tue dafür auch einiges und ja also so ein zweiter Spruch von diesem Boris Grundel Seminar war auch, dass er irgendwann mal meinte, ja wir leben ja alle im Paradies in Deutschland oder in der Schweiz, in Österreich wie auch immer, in Mitteleuropa. Und wir vergessen das immer andauernd und das ist auch sowas, was ich mir immer wieder, wenn ich so manchmal mitkriege über was sich Leute aufregen, so, wo ich so denke, hey es ist einfach cool, wir leben in einem tollen Land, ohne jetzt mega-patriotisch sein zu wollen, aber wir haben hier Rechtssicherheit, wir haben hier wirtschaftliche Stabilität und, und, und. Ich meine ich habe die aktuelle Regierung auch nicht gewählt und trotzdem, das ist alles okay so wie es läuft und ich würde, wo würde ich denn sonst gerne sein wollen und da auch manchmal so eine Gelassenheit und Dankbarkeit zu haben. Was nicht heißt, dass es trotzdem Dinge gibt, die besser sein könnten, keine Frage, aber das raubt dann so viel Energie, wenn ich da mich an falschen Dingen involviere und das gelingt mir durch diese, auch durch dieses Morgenritual mich da so zu erden sage ich mal. #00:44:25-7#

Daniel Kientz: Super. Gibt es irgendwas, was Sie sich wünschen? Eigentlich ist es eine doofe Frage, aber vielleicht auch was Sie sich von den Hörern wünschen oder gibt es irgendwas, was ich oder irgendjemand, der vielleicht zuhört, für Sie tun kann? #00:44:40-7#

Dieter Hofmann: Ja. Bezogen auf die Blickfang: Kommen Sie auf die Blickfang, auf unsere wirklich wie ich finde tolle Messe. Schauen Sie in unseren Blickfang Online Shop vorbei. Sie werden tolle Produkte entdecken, die viel Freude und Spaß machen. Ja. Das kann ich nur jedem, das würde ich mir wünschen. (lacht) #00:45:02-9#

Daniel Kientz: Super. Herr Hofmann, vielen Dank für das Gespräch. #00:45:04-8#

Dieter Hofmann: Ich danke Ihnen. #00:45:06-3#

Outro:
So. Das war die zehnte Folge des Hirndrang Podcast. Danke fürs Einschalten und fürs Zuhören. Wenn euch dieser Podcast gefällt, freue ich mich, wenn ihr ihn abonniert und weitererzählt und weiterempfehlt. Danke auch wie immer für die Rückmeldungen und die Hinweise zur Verbesserung. Ich versuche die ernst zu nehmen und baue die ein. Besucht bitte die Blickfang Messe. In Stuttgart findet die wieder im März 2017 statt, mit 25-jährigem Jubiläum oder geht auf www.blickfang.com. Mittlerweile mit Online-Shop, wie gehört. Ich wünsche euch alles Gute und wir hören uns in rund 2 Wochen wieder. Bis dann! #00:45:49-7#

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