Episode #9 – im Gespräch mit Andrea Kurz

Veröffentlicht von Daniel

am 14. Oktober 2016
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Hallo zur 9. Ausgabe des HIRNDRANG Podcast. Ich freue mich, wenn ihr einschaltet. Vielen Dank!

Danke auch für die Rückmeldungen zu den letzten Folgen. Freut mich, wenn es euch gefällt und es bestärkt mich im Weitermachen.

Zu dieser Episode habe ich mich mit Andrea Kurz von “Miteinander sprechen, handeln, sein” unterhalten. Sie ist Expertin für Mediation, Coaching und Training. Ein sehr interessantes Feld zwischen Zufriedenheit im Leben und Burnout.

Viel Spaß in dieser halben Stunde. Ich freue mich auf euer Feedback, Ratschläge zu Erfolg, Leben, Arbeit usw., aber auch über Vorschläge zu interessanten Gesprächspartnern/innen.

Transkript von Podcast-Episode 9 mit Andrea Kurz

Intro: Hallo und herzlich Willkommen zur 9. Ausgabe des HIRNDRANG Podcast. Vielen Dank fürs Zuhören und fürs Einschalten. Danke auch für die Rückmeldungen zu den letzten Folgen. Freut mich, wenn es euch gefällt und es bestärkt mich im Weitermachen. Ich freue mich auch über die Empfehlungen für zukünftige Gesprächspartner. Vielen lieben Dank und wenn ihr da Ideen habt, immer her damit.

Zu dieser Episode habe ich mich mit Andrea Kurz von “Miteinander sprechen, handeln, sein” unterhalten. Sie ist Expertin für Mediation, Coaching und Training. Ein sehr interessantes Feld zwischen Zufriedenheit im Leben und Burnout. Super interessant. Man fandet sie im Internet unter der schönen URL miteinander.jetzt. Ich wünsche viel Spaß in der nächsten halben Stunde. #00:01:00-5#

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Andrea Kurz: Mein Name ist Andrea Kurz und ich habe das Unternehmen “miteinander sprechen, handeln, sein” und der Name sagt auch schon, was ich tue, um was es geht. Nämlich miteinander zu sprechen, im Gespräch zu sein, ob das jetzt bei Streit ist, ob da eine schwierige Situation ist im Leben. Also das Miteinander ins Gespräch kommen, miteinander zu sprechen, dann zu handeln, also Handlungsoptionen zu finden, gerade beim Coaching, was wären die nächsten Schritte, oder beim Burnout ist ja oft so, dass die Menschen erstarren, gar nicht mehr handlungsfähig sind oder fremdbestimmt sich fühlen und dann wieder in die Handlung zu kommen und „sein“ auch beim Training einfach zu sein, auch zu gucken, was macht mich aus, was macht mein eigenes Sein aus, was sind meine Ziele, wo möchte ich hin? Daher ist dieser Firmenname entstanden – dass ich mir überlegt habe, so und was ist mein Anliegen, was ist meine Botschaft, um was geht es bei mir? #00:02:04-5#

Daniel Kientz: Machst du viel in Unternehmen oder sind es eher Privatpersonen, die zu dir kommen? #00:02:09-6#

Andrea Kurz: Ja das ist eine gute Frage. Es ist beides, also ich bin in Unternehmen, gebe da auch Trainings, es geht um Persönlichkeitsentwicklung, um Verhaltenstraining wie ganz klassische Präsentationen, Moderation, Entscheidungsfindung, Projektmanagement, Führungskompetenz und aber auch Coaching in Unternehmen für Führungskräfte, für Mitarbeiter. Aber oft ist das eher ein Anliegen für Führungskräfte, dann für Betriebsräte, gerade Konfliktmanagement im Konfliktbereich, Mitarbeitergespräche – schwierige Mitarbeitergespräche führen fällt oft nicht leicht. Da gebe ich Unterstützung in Firmen.

Und auch Mediation, wenn es Streit gibt in Firmen, gerade für Mitarbeiter, aber auch für Privatpersonen, also Coaching sehr gerne für Privatpersonen. Da geht es dann wirklich da drum wie ich gerade vorher gesagt habe, was ist mein Ziel, wo möchte ich hin. Oder ich bin in einer Lebenskrise oder auch für Paare, wo es ein bisschen knistert, nicht positiv, sondern negativ knistert. Also Paarcoaching und Mediation. Dann ist das Spezialgebiet auch Tiermediation, da geht’s da drum, wenn der Ärger, wenn Streit durch ein Tier entstanden ist, also Hund, Katze, wie auch immer und das ist auch für Privatpersonen.

Für Privatpersonen habe ich auch meine Räumlichkeiten in Schornhof, auch sehr schöne Räumlichkeiten und da empfange ich hauptsächlich die Privatpersonen. Bei Unternehmen gehe ich in die Unternehmen rein. #00:03:52-1#

Daniel Kientz: Okay. Mit was für Anliegen kommen denn die Leute zu dir? Teil 1 der Frage. Teil 2: Kommen Unternehmen mit anderen Anliegen wie Privatpersonen? #00:04:04-1#

Andrea Kurz: Ja. Teil 1 der Frage. Mit welchen Anliegen kommen die Menschen? Unternehmen kommen mit dem Anliegen, dass einfach effizienter, effektiver gearbeitet wird. Ganz klar höhere Produktivität steht immer dahinter. Also es geht nicht um Friede, Freude, Eierkuchen. Sondern da stehen schon auch Messwerte dahinter, wobei man Coaching natürlich schlecht messen kann. Aber es geht um Führungskompetenz, wenn die Führungskraft kompetenter ist, dann ist die ganze Abteilung kompetenter. Ganz klar.

Bei Privatpersonen geht’s da drum oft um den persönlichen Leidensdruck. Also gerade Burnout ist, also in Unternehmen auch, aber auch privat ein großes Thema, dass die Menschen nicht glücklich sind im Leben, dass sie ausgebrannt sind, dass sie sich unwohl fühlen, dass sie körperliche Beschwerden haben und dass sie sagen, hey das hat wohl was mit mir zu tun. Also es geht auch um Selbstverantwortung: „Da hole ich mir Unterstützung.“ #00:05:10-2#

Daniel Kientz: Wenn eine Privatperson zu dir kommt, ist ihr das selber aufgefallen, dass irgendwas nicht stimmt oder nicht richtig ist? #00:05:18-6#

Andrea Kurz: Ja. #00:05:18-8#

Daniel Kientz: Hängt das am Fehlen von Zielen zum Beispiel oder was ist da so Hauptursache der Leute, warum die jetzt unglücklich sind oder warum Probleme entstehen? #00:05:27-1#

Andrea Kurz: Ja also möchte ganz kurz zurückgehen zum dem ersten Satz. Coaching nimmt man sich. Coaching gibt man nicht, sondern mal holt es sich. Das ist ganz wichtig. Das heißt, Beispiel, wenn du jetzt sagen würdest, oh ich empfehle, also mein Freund oder ich habe Schwierigkeiten mit meinem Freund, der soll da mal hingehen.

Also empfehlen ist natürlich wunderbar. Aber der Mensch muss es wollen von sich aus. Weil sonst kann es nicht funktionieren. Also der Mensch muss sagen, hey ich möchte was tun. Und nicht, weil jemand anderes möchte, dass der das Verhalten zu ändern hat. Das wird nicht funktionieren.

Also der Mensch merkt selber, es ist nicht so rund im Leben wie es vielleicht sein könnte. Das ist so, das meine ich so mit Leidensdruck. Er sagt entweder oder körperliche oder durch Leistungsabfall, dass er nicht mehr so arbeiten kann wie er möchte oder dass er sich zurückzieht. Aber ja und da bin ich auch, es kann schon sein, dass Familienangehörige, jetzt bin ich beim Thema Burnout, sagen, hole dir Hilfe. Wir stellen fest, du ziehst dich zurück. Du hast keinen Spaß mehr, keine Freude mehr, weil selber kann man das, beim Burnout, kann man es selber oft sehr schwer erkennen. Also da ist ganz gut, wenn der Partner wirklich ein Feedback gibt und das ist auch ein Appell jetzt hier an die Partner: wenn sie feststellen, dass ihr Partner sich zurückzieht, sie merken, der hat wenige Freude, sprechen Sie es an, sprechen Sie es an. Weil die Menschen selber merken es nicht, wenn man in der Schiene drin ist. Man merkt es erst, wenn es ganz, ganz spät ist. Das merken immer andere zuerst bevor man es selber merkt. Also geben Sie Feedback und lassen Sie nicht locker. #00:07:13-4#

Daniel Kientz: Ist es dann besser sofort Hilfe zu holen oder gibt es irgendwelche Tipps oder irgendwelche Dinge, die man tun kann, also man verabredet Termine und geht irgendwo hin oder geht raus? Gibt’s da was? #00:07:25-9#

Andrea Kurz: Man braucht sich nicht Hilfe holen, man kann sich schon selber helfen. Die Frage ist immer die Umsetzung. Es geht ja wie Beispiel, wie beim Sport auch, man nimmt sich vor dreimal in der Woche gehe ich jetzt laufen und die Frage ist, warum macht man es dann nicht? Das ist der innere Schweinehund wie man so sagt. Und da hilft’s ja auch zu sagen, okay ich verabrede mich mit jemandem. Ist oft leichter. Und bei dem Thema gerade Burnout ist es gut, dass man wirklich entspannt. Der erste Schritt wäre zu sagen, okay ich fühle mich etwas überlastet. Ich mache mal 3 Tage am Wochenende versuche mich zu erholen. Und wenn die 3 Tage nicht reichen, dann ist schon ein Hinweis drauf, dass da ein bisschen mehr wie einfach nicht ausgeschlafen ist oder kleine Erschöpfung da ist. #00:08:14-2#

Daniel Kientz: Woran merke ich, dass ich erholt bin oder eben nicht?#00:08:17-1#

Andrea Kurz: Woran merkt man es? Also ich glaube das ist sehr individuell bei Menschen. Also, wenn ich morgens aufwache und ich freue mich, dass der Tag kommt, ist schon mal ein gutes Zeichen. Aber, wenn ich morgens aufwache und denke, oh Gott ich bin so fertig und dann gleich in den Autopilot schalte. Okay das muss ich und das muss ich und das und das und oh schaffe ich das? Das sind schon so Anzeichen, dass ich nicht wirklich erholt bin. Für mich ist das schon so ein Zeichen, wenn ich sehr stark im Autopilot, ich sage Autopilot dazu, also, wenn ich so innerliches getriebenes Gefühl habe, ich muss das tun, ich muss das tun und muss das tun und mich freue, wenn ich es erledigt habe. Also, wenn das Abarbeiten mehr Freude gibt wie das tun. Da würden meine Ohren aufgehen. Also das sind so Sachen

Daniel Kientz: Man hat ja auch das Gefühl, die Leute können sich nicht mehr so richtig entspannen. Also teilweise merkt man das ja an sich selbst letztendlich auch. Aber, wenn du sagst, ja so nach 3 Tagen, die Frage ist, wann stellt sich ein Entspannungsgefühl ein, das ich als Entspannung wahrnehme? Also #00:09:20-6#

Andrea Kurz: Ja. Also ganz großer Anteil ist natürlich Schlafqualität auch. Kann ich runterkommen, kann ich wieder schlafen. Menschen, die in der Erschöpfung drin sind und oder reingerutscht sind in die Erschöpfung, merken das oft auch, es ist sehr schwierig einzuschlafen, weil einfach dann Grübeleien im Kopf, dieses Kopfkino kommt. Und wenn mir gelingt das gut auszuschalten so, das ist schon ein Zeichen, ah ich kann auch abschalten. Und es gibt ganz viele Entspannungstechniken, wo schnell wirken auch. Das Beispiel: nur die Bauchatmung ist für, glaube für Männer oft sehr schwer. Man legt die Hände auf den Bauch, atmet gut ein und zählt von 27 runter und wenn ich dann bloß bis 23 komme, dann weiß ich, ich bin im Stressmodus. Andrea Kurz: Und wenn ich aber bis 19 komme, dann kommt der Körper runter. Das gibt dem Parasympatikus und Sympatikus, aber das Stresssystem und das Entspannungssystem und durch die Bauchatmung gehe ich von dem einen, vom Stresssystem runter in das Entspannungssystem. Deswegen: manche Menschen essen gerne bei Stress und Essen ist auch, das umschaltet. Essen ist die Entspannung. #00:10:34-3#

Daniel Kientz: Okay. Auf das Thema Coaching nochmal zurück oder zum Thema Ziele. #00:10:43-2#

Andrea Kurz: Ich würde es nicht so eins zu eins sehen. Also, wenn jemand ganz klare Visionen hat und Ziele hat, dann also wirklich eigene Ziele verfolgt, nicht die Ziele von der Familie, von der Gesellschaft und das ist immer, das ist gar nicht so leicht zu trennen, also wirklich, wenn man das auch privat oder beruflich zum Teil leben kann, was einen selber ausmacht, was stimmig ist, dann ist natürlich die Tendenz auf Burnout geringer.

Das ist, wenn man Ziele verfolgt, die eher das Unternehmensziel ist und Familienziel und Gesellschaftsziel, was bisschen widerspricht mit meinem eigenen Ziel, dann klafft das auseinander und dann bin ich natürlich schnell im Stressmodus, und nicht im Flow der neue Begriff, so im Flow zu sein, so wirklich bei sich zu sein, in der Tätigkeit zu sein, so die Erfüllung zu finden. #00:11:42-4#

Daniel Kientz: Aber das ist ja für viele schwierig überhaupt zu wissen, was das Ziel denn wirklich ist? Also da was Klares zu haben. Also ich habe das Gefühl, es gibt einfach bei mir einfach mehrere Ziele oder ist das jetzt gerade, natürlich ist es immer auch ein Arbeiten damit, aber das ist natürlich nicht einfach, also da anzusetzen und vor allem die Zeit sich auch dafür zu nehmen. Viele Leute in Unternehmen oder andersrum vielleicht. Man merkt immer erst, dass viele Leute über sowas anfangen nachzudenken, wenn irgendwas Einschneidendes passiert ist, also sei es einen Job verloren oder Krankheit oder was auch immer, dass die anfangen Dinge zu tun, die sie eigentlich vielleicht schon hätten viel früher tun sollen. Jetzt mal von außen beobachtet. #00:12:22-8#

Andrea Kurz: Ja, aber alles hat so seine Zeit, gell. Wenn man es könnte, würde man es früher machen, aber oft kommt erst der Leidensdruck, bevor man was ändert und mit der Zeit, das ist schon Zeitmanagement. Es gibt so eine Geschichte, da kommen, da läuft ein Mensch im Wald und sieht 2 Waldarbeiter und die sägen einen Baum und die sägen und sägen und denen läuft der Schweiß runter und die sägen und bis der Mensch, der sie beobachtet sagt, sagt mal, ihr habt doch ein total stumpfes Sägeblatt und die sagen, ja das wissen wir schon, aber, wir haben keine Zeit das auszuwechseln. Und das ist oft das, was wir selber so leben. Wir denken, wir haben gar keine Zeit innezuhalten, aber letztendlich wäre es sinnvoll.

Und zu den Zielen, ich denke, ja der eine hat ein Lebensziel, der andere hat kleine Ziele, viele Ziele und das ändert sich auch. Mit 20 hat man andere Ziele wie mit 30, mit 40 und doch denke ich, ist wichtig zu wissen im Moment zumindest, was will ich eigentlich?

Daniel Kientz: Bei vielen sind es aber ich sage mal Karriereziele oder berufliche Ziele. #00:13:26-5#

Andrea Kurz: Auch gut. Ist ja gut die Karriereziele. Wichtig ist nur immer, man zahlt immer seinen Preis und zu überlegen, will ich den Preis dafür zahlen, irgendwas zu erreichen, zu sagen, ja ich möchte das, ich möchte das, aber es gehört ein Preis dazu. #00:13:47-6#

Daniel Kientz:  Dessen sind sich viele wahrscheinlich nicht bewusst. #00:13:50-8#

Andrea Kurz: Ja. Das ist Zeit, das ist Intension und da gehört Leidenschaft dazu, da gehört Begeisterung dazu, für was man brennt, sonst ist der Preis zu hoch. Aus meiner Sicht. #00:14:04-0#

Daniel Kientz: Sind dann viele bei dir als, wahrscheinlich eher Privatpersonen, denen es, also die eben sagen, mir fehlen die Ziele oder ich habe keine Ahnung, für was ich Begeisterung entwickeln kann? #00:14:17-4#

Andrea Kurz: Ja, auch. Nicht nur, aber auch… und vor allen Dingen gerade so, hat nichts unbedingt mit dem Alter zu tun, aber gerade so um die 50 ist oft bei vielen so einschneidendes Alter, wo man sagt, okay es gibt ja so Lebensphasen, klassisch ist so die Ausbildung, dann Familiengründung, dann vielleicht auch hier gerade im Schwabenland ein Eigenheim oder so, also sehr stark darauf konzentriert, kostet auch viel Kraft und dann hat man vielleicht vieles erreicht, ganz viel erreicht, auch Karriere erreicht und merkt dann, so bin jetzt auch nicht irgendwie, was, für was bin ich denn noch da? Also da ist dieses, ich sage mal von außen so getriggert, lässt nach und dann sagt man, okay war’s das? Also da ist die Frage so, wie lange lebe ich noch und was will ich denn noch? Die Frage stellt man sich eher weniger mit 20, 30, aber mit 50 sagt man, okay man sieht, man spürt mehr die Endlichkeit vom Leben und sagt, okay, was will ich denn, was will ich denn noch? Und da gibt’s ja ganz schön, im Coaching, das sind so die Klassiker, so ganz schön die Wunderfrage, so, wenn du wüsstest, du hast alle finanziellen Mittel, du kannst nicht scheitern, du hast alles, was du brauchst, was würdest du gerne machen? Das gibt so eine Spur, auf die man geht oder was anderes, was ich auch sehr schön finde zu sagen. Was soll denn auf deiner Grabschrift stehen? Was sollen denn die Menschen sagen von dir, wenn du dich hier verabschiedest? So, er war pflichtbewusst, er war pünktlich, genau und pflichtbewusst und hat sich überarbeitet und wenn man sich mal vorstellt, wenn man geht, okay. Was werden denn die Freunde sagen? Wie ich sagte: war er pflichtbewusst, also der Arbeitgeber sagt, ja war sehr pflichtbewusst, die Freunde sagen, doch auf ihn war Verlass oder was würden sie denn wünschen? War er liebevoll, hat er Humor gehabt, haben wir viel gelacht? Oder was wird man sich wünschen? Wie würde man selber die Grabrede schreiben und wie gesagt, was würden die Freunde sagen? Was sollen die Freunde sagen? Was der Arbeitgeber oder die Mitarbeiter? Je nachdem. Oder die Familie. Und das gibt auch eine Spur. Ich glaube, viele arbeiten sehr viel und es ist auch gut, ich bin auch sehr leistungsorientiert und doch habe ich mir damals selber überlegt. Will ich das auf meinem Grabstein stehen sehen, sie war sehr pflichtbewusst? Wenn ja, gut. Wenn nicht, dann ist vielleicht auch gut, was zu ändern. Also das gibt ne gute Spur. Also es gibt ganz viele Fragen beim Coaching, aber das sind so die zwei Klassiker. Wenn man auf das Ziel geht. #00:16:59-4#

Daniel Kientz: Wenn du sagst, das sind viele in einem Lebensabschnitt sage ich mal um die 50 rum, manchmal denke ich mir, das wäre gut, wenn man Leute, die jetzt sage ich mal irgendwie Schulabschluss machen, drauf aufmerksam macht, hey arbeitet bitte an euren persönlichen Zielen, wo ihr hinwollt, bevor ihr jetzt irgendwo blind hingeht und ich sage mal, studiert, was die meisten nach dem Abi machen und vielleicht hat jemand eine ganz andere Leidenschaft, hat nur Angst aufgrund von kein Geld, Familie, Druck, was auch immer, Dinge zu tun. Wäre sowas falsch oder wie geht man da ran? #00:17:40-3#

Andrea Kurz: Das ist eine super Idee, das fände ich ganz toll, wäre es ja ideal bevor man so erstmal viele Umwege geht, erstmal gleich so, also finde das eine ganz tolle Idee und das anzubieten wäre ich gleich dabei so ein Projekt zu machen. Es kann aber sein, dass der Mensch auch gewisse Reife braucht, um rauszufinden, was macht ihn aus. Also oft sehen junge Menschen eher sowas ist attraktiv von außen und ab 50 geht mehr der Blick nach innen. Das ist ein Unterschied. Aber deswegen ist es natürlich, es ist mehr nach außen das Ziel. #00:18:18-9#

Daniel Kientz: Also, was ich feststelle, ist ja ganz oft einfach, dass ein, ich weiß das auch nicht aus dem Stegreif und merke schon immer, aber was ich gemerkt habe, deswegen ist das Handeln ja auch bei dir in dem Slogan drin, man muss halt einfach die Dinge tun, um festzustellen, ist das was oder ist es das nicht. Kann ich da länger dranbleiben oder eben habe ich irgendwann keinen Bock mehr, weil das gibt einem irgendwie nichts? #00:18:39-9#

Andrea Kurz: Ja. Wobei das auch ganz unterschiedlich ist. Manche Menschen müssen es ausprobieren und die anderen machen das eher im Kopf. Also probieren ganz viel im Kopf aus, theoretisch aus und andere müssen es einfach mal tun, um das zu sehen, dass es nichts ist. Und dennoch bin ich ganz bei dir, deshalb ja den Mut haben auch einfach mal was zu tun und gerade wir legen hier in der Kultur und in einer Zeit, wo es so viele Möglichkeiten gibt wie nie zuvor, das ist ganz selten, dass man, früher hat man einen Beruf gelernt und war immer bei dem, war dort, vielleicht im gleichen Unternehmen, im gleichen Beruf. Aber heute, heute wechselt das unglaublich und die Tendenz wird auch dazu gehen, dass man mehrere Jobs hat, dass man, also nicht nur im Leben, sondern auch gleichzeitig für mehrere Leute, für mehrere Menschen arbeitet. Das wird viel flexibler werden und deswegen sind da ganz viele Möglichkeiten. Und den jungen Menschen Mut zu machen, ja trau dich, trau dich mal das auszuprobieren. Klar muss das finanziell auch gehen, aber ja trau dich einfach und wie du es sagst, dazu muss man erstmal wissen, ja für was? Und da könnte das natürlich unglaublich unterstützen, sagen, wir schauen einmal für was brennst du, was ist es, was macht dich aus? Oder die Frage ist auch immer, wie du vorhin gesagt hast, rauszufinden, was könnte es denn sein, zu gucken, wo habe ich das Gefühl, dass es mir leichter fällt wie andere. Also das ist so immer, dass ich merke, ah da braucht jemand alles viel länger und tut sich viel schwerer, das flutscht bei mir und gerade wir Menschen oft und wir Schwaben sind ja oft so eher ein bisschen sehr bescheiden und sagen dann, na ja das geht halt bei mir schneller. Als zu sehen, ja da ist eine Fähigkeit da, da ist eine Fähigkeit da. Und das ist eine Spur. Was mache ich gerne und wo bin ich einfach, wo fällt es mir leichter wie anderen Menschen? #00:20:39-4#

Daniel Kientz: Wie lange dauert so ein ich sage jetzt mal Coaching-Prozess? #00:20:43-6#

Andrea Kurz: Ja ist ganz unterschiedlich. Ich habe Menschen, die zu mir kommen wie zuletzt, einen Mitarbeiter, der wollte ein Personalgespräch vorbereiten und dann ist das eine Stunde. Also eine Sitzung. Nicht direkt eine Stunde, aber eine Sitzung. Und dann sage ich, komm wir spielen das mal durch und dann ist es gut. Ist ein Kurzcoaching wie der Name auch sagt. Kurz-Coaching. Es kann aber auch ein ganzer Prozess sein, wo ich Menschen 2 Jahre begleite. Dann aber nicht jede Woche, sondern in regelmäßigen oder auch unregelmäßigen Abständen zu schauen, okay was wurde umgesetzt und wo ist noch Unterstützung. Aber über längeren Zeitraum. Oft ist es so, dass einfach vier, fünf, sechs Sitzungen sind. #00:21:32-7#

Daniel Kientz: Okay. Gibt es irgendwelche Routinen, die man, ich sage mal, einfach anwenden kann, um Dinge in Gang zu bringen? #00:21:44-0#

Andrea Kurz: (lacht) Also für sie, also ohne Coaching jetzt? So für sich selber? #00:21:48-0#

Daniel Kientz: Ja. #00:21:48-5#

Andrea Kurz: Ja. Also, wenn ich eine Idee habe und möchte was umsetzen, dann ist es ganz wichtig, dass Sie innerhalb in den ersten 72 Stunden den ersten Schritt tun. Das kommt von der Psychologie her. Wenn ich innerhalb nicht den ersten 72 Stunden zumindest den ersten Schritt tue, ist die Chance, dass ich überhaupt was tue verschwindend klein. Das ist so eine Regel. Also, wenn du eine Idee hast, sagst, wow, das will ich tun, dann gucke, dass du gleich innerhalb von 72 Stunden anfängst was zu tun und von der Psychologie her ist auch, was man 21 Tage gemacht hat, das geht so in, Routine ist zu viel gesagt, aber das wird so verankert, sagt man im Psychologischen, das wird verinnerlicht. Also 21 Tage was durchzuhalten. Dann kostet es nicht mehr so viel Kraft, sich zu überwinden zu sagen, jetzt mach ich das. Also 21 Tage und innerhalb von 72 Stunden, das ist so eine Zahl, ein Tipp. #00:22:42-4#

Daniel Kientz: Okay. Was heißt für dich Erfolg? Also wann bist du für dich erfolgreich? #00:22:47-7#

Andrea Kurz: Also für mich ist Erfolg in meiner Arbeit gerade bei Mediation, beim Coaching oder beim Training, wenn ich raus gehe aus der Sitzung oder aus dem Training und denke, ja, das hat sich gelohnt, ich konnte was geben und die Menschen oder der Mensch ist ein Schritt weitergekommen. Wie auch immer. In der Erkenntnis, in seinem Potential, in seine Ziele, also dann habe ich das Gefühl, ja, das war erfolgreich. #00:23:18-3#

Daniel Kientz: War das, was du machst, schon immer dein Ding? Oder wie bist du da rangekommen, dass du sagst, das ist so meines? #00:23:27-1#

Andrea Kurz: Ich habe BWL studiert und im technischen Bereich, mich hat die IT damals fasziniert. Das waren die Anfänge, die Lochkarten waren grade so vorbei, Großrechner. Das hat mich sehr fasziniert. Ich bin ein sehr analytischer Mensch. Ich habe früh Schachspielen gelernt und Skat spielen, also sehr kopfgesteuert auch und da bin ich da eingestiegen im IT-Bereich und habe programmiert und war Projektleiter und wir haben dann unsere Systeme selber geschult und dabei habe ich festgestellt, die Arbeit mit Menschen, was lehren, das ist meines. Das ist eine Berufung. Ich habe dann komplett gewechselt. Habe dann mit schwerbehinderten Menschen auch gearbeitet und bin da immer dabei geblieben mit Menschen zu arbeiten. Das ist so spannend, weil jeder Mensch ist ganz anders und nicht nur das, sondern jeder Mensch ist jede Stunde an jedem Tag ganz anders. Also es bleibt immer spannend.

Und zur Mediation bin ich gekommen, ich denke schon in meiner Familie hatte ich so die Funktion auszugleichen, zu schlichten. Jedes Kind hat ja oft eine Rolle in seiner Familie, wo es übernimmt und für mich war es immer ein großes Anliegen, was Ungutes besprechbar zu machen. Also da sind wir auch bei Hochsensibilität. Genau zu spüren, hmm da ist was drunter, da ist was nicht im Reinen und das anzusprechen, Tabus zu brechen und um dann wieder die Harmonie herzustellen. Das ist so ein Urbedürfnis in mir. Und von daher passt die Mediation super. #00:25:12-8#

Daniel Kientz: Passt perfekt. Ja. #00:25:13-5#

Andrea Kurz: Passt perfekt. Ich habe aber viele Jahre gebraucht dann, um das wirklich professionell auch zu machen und ich habe da auch mehrere Ausbildungen gemacht, mehrere Jahre lang eine Ausbildung, weil das ist ja wirklich auch Handwerkszeug. Das eine ist das Spüren und das andere ist aber wirklich auch Handwerkszeug, was man braucht dazu. Und ja dann erst bin ich in die Professionalität gegangen. Aber das ist so meine Berufung. #00:25:37-2#

Daniel Kientz: Es gibt ja derzeit mehr Potential denn je. Also mehr Menschen, die da, ich sage mal, bedürftig sind denn je, hat man so das Gefühl oder? #00:25:46-7#

Andrea Kurz: Ja. Ich weiß es nicht. Vielleicht sind die Menschen früher auch bedürftig gewesen, aber ich würde mal so ganz pauschalieren: Nach dem Krieg war es einfach, da ging es drum wieder ein Dach über den Kopf zu haben, um Materielles, um zu essen und ich denke heute sind viele Menschen in der Situation, diese existenziellen Bedürfnisse befriedigt zu haben, um dann in die immateriellen Bedürfnisse zu gehen. Also man braucht wirklich dann auch Zeit und Mittel sich selber zu reflektieren. Man kämpft jeden Tag über das Leben, dann ist da wenig Raum da, zu überlegen, was will ich denn eigentlich? Und von daher denke ich, dass wir, viele von uns, die jetzt die Chance haben, an uns zu arbeiten und uns kennenzulernen und auch Familiengeschichten aufzuarbeiten. Es stehen oft ganze Familiengeschichten dahinter. Das sind oft gar nicht die Probleme von einem allein, sondern das ist familiär übernommen und da denke ich, ist heute das Zeitalter der Grund. Auch für unsere Kinder, das zu tun, sodass wir nicht innere Muster, innere Geschichten weitergeben, sondern das lösen. Das ist eine Riesenchance für unsere Kinder, für die nächste Generation. #00:27:05-2#

Daniel Kientz: Ja. Klar. Gebe ich dir uneingeschränkt Recht. Gibt es irgendwelche Grundsätze, Impulse, Tipps, egal, was es ist, ganz generell, die du mitteilen möchtest, kannst? #00:27:20-5#

Andrea Kurz: Das klingt vielleicht ein bisschen abgedroschen, aber folge deinem Herzen. Das ist so, also wirklich zu gucken und da fängt es schon an, da nehme ich mich auch nicht aus. Erstmal, wo führt mich mein Herz hin? Was ist es überhaupt? Also sich selber zu spüren. Gerade, ich gehe wieder zurück auf Burnout, oder auch beim Coaching geht’s oft darum, was spüre ich denn, was tut mir denn gut? Was entspannt mich denn? Oder bei den Zielen, das muss ich erstmal wissen. Und dann wäre der nächste Schritt, folge deinem Herzen. Ich habe zuletzt nen Artikel gelesen, da hat dann die Frau geschrieben, in 100 Jahren sind wir alle tot. Ja ist so. Also sich selber dann auch wichtig nehmen, aber auch nicht zu wichtig. In 100 Jahren bin ich eh (hochdeutsch: sowieso:) nicht mehr da.

Also vielleicht, so viel wie möglich Momente zu gestalten, die mir entgegenkommen, weil ich bin eh nach ein paar Jahren wieder weg. #00:28:27-6#

Daniel Kientz: Was kann ich oder jemand, der jetzt zuhört für dich tun? #00:28:33-2#

Andrea Kurz: Was kann man für mich tun? Gebt mir die Chance euch zu unterstützen auf eurem Weg. Gebt mir die Chance. Ich freue mich auf einen Besuch. #00:28:48-6#

Daniel Kientz: Man findet dich vor allem im Internet unter miteinander.jetzt #00:28:51-7#

Andrea Kurz: Genau. #00:28:52-4#

Daniel Kientz: Was ein super passender Name ist und eine sehr schöne Domain. #00:28:56-3#

Andrea Kurz: Genau. miteinander.jetzt Lasst uns ins Gespräch kommen. #00:29:00-4#

Daniel Kientz: Super, Andrea vielen lieben Dank. #00:29:02-2#

Andrea Kurz: Danke dir. #00:29:03-5#

Daniel Kientz: So. Das war die 9. Ausgabe des Podcasts. Vielen Dank fürs Zuhören und wieder einschalten. Bitte empfehlt den Podcast weiter, abonniert ihn auf iTunes und/oder Sticher, falls das jemand kennt. Das nächste Mal ist wieder mal ein Mann hier zu Gast. Macht’s gut und bis dahin. Bis in circa 2 Wochen. Ciao! #00:29:26-2#

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