Nennen Sie mich, wie Sie wollen: Zeitmanagement-Expertin, Schreibtischcoach, Gern- und Vielrednerin, Wortakrobatin oder Motivatorin. Im Kern habe ich nur eine Mission: Ich möchte Ihnen dabei helfen, Ihren beruflichen und privaten Alltag zu „entstressen“, so dass Sie Ihre Träume und Visionen verwirklichen können und dabei Ihre Ziele erreichen. Mehr auf https://woehrstein.org

Wer Verantwortung für ein Unternehmen trägt kennt Begriffe wie Marktwert, Umsatz, Kosten, Ertrag oder Rendite nur zu gut. Man verbringt viel Zeit Sichten, Vergleichen und Bewerten von Zahlen, Daten und Fakten.

Was wir im „daily business“ leider oft vergessen ist, dass wir vor allem für etwas sehr Wertvolles die Verantwortung tragen: für uns selbst. Hand aufs Herz: Wie viel Zeit verbringst du eigentlich mit deinen persönlichen Themen? Check yourself! Beurteilst du dich regelmäßig selbst, deine Interaktionen, deine Entwicklung, Dein Tun und Dein Nicht-Tun? In der Regel geschieht das viel zu selten und viel zu unregelmäßig.

Analysiere Aktivitäten und Zeitmanagement

Aus diesem Grund schlage ich Dir heute mal eine Challenge vor: Schnappe Dir jeden Freitag zu einer bestimmten Uhrzeit Deinen Kalender und analysiere Deine Aktivitäten und Dein persönliches Zeitmanagement der vergangenen Woche auf folgende Weise:

A) Blindgänger-Tätigkeiten

Aktivitäten, die nur Zeit gekostet, aber kein Ergebnis gebracht, nichts bewegt, nicht zur Klärung einer Sache oder eines Problems beigetragen haben.

B) Zeitfresser

Aktivitäten, die zwar ein Ergebnis gebracht haben oder zur Klärung einer Sache beitragen konnten, deren Zeitaufwand aber in einem disproportionalen Verhältnis zum Ergebnis stand.

C) Ausgewogene Aktivitäten

Aktivitäten, die etwas vorangebracht oder eine Entscheidung herbeigeführt haben und bei denen der Zeitaufwand und das Ergebnis in einem gesunden Verhältnis zueinander standen.

D) Goldene Stunden

Aktivitäten, die nicht nur die unter C genannten Dinge erreicht haben, sondern auch noch einen erheblichen Erkenntnisschub gebracht haben. Oder die ein Problem nicht nur gelöst, sondern eine neue oder bessere Vorgehensweise geliefert haben. Aufwand und Ergebnis standen nicht nur in einem gesunden Verhältnis, sondern Resultate und Zusatznutzen haben den Aufwand deutlich überstiegen.

Soweit die Analyse. Danach kommt der noch viel wichtigere Schritt: Komm’ ins Handeln! Und zwar so:

So setzt du die Erkenntnisse in die Praxis um

A) Blindgänger-Tätigkeiten

Streiche diese Tätigkeiten zukünftig konsequent aus Deinem Kalender.

B) Zeitfresser

Überlege, wie Du hier das Verhältnis in eine gesunde Relation verändern, also diese Aktivität von Kategorie B) zu Kategorie C) weiterentwickeln kannst. Wenn das nicht gelingt, dann geh so vor wie bei A): Werfe diese Aktivitäten raus aus Deinem Leben!

C) Ausgewogene Aktivitäten

Mach das weiter so wie bisher!

D) Goldene Stunden

Bitte mehr davon! Überlege Dir, warum diese Termine so fruchtbar waren und versuche, mehr davon zu tun. Diese Sternstunden sind der Dünger für Dein persönliches Wachstum.

Das ist ein Selbst-Audit, das ich hilfreich und wichtig finde. Allerdings gehe ich noch einen Schritt weiter. Für mich geht es nämlich nicht nur darum, wie ich meine Zeit verbringe, sondern mit wem ich diese Zeit verbringe. Um das regelmäßig zu checken, bieten sich zwei Schritte an:

Mit wem verbringst du deine Zeit?

1. Check yourself!

Mit wem hast Du im letzten Monat Deine Zeit verbracht? Privat? Beruflich? Mit wem hast Du zu Mittag gegessen? Waren es die immer gleichen Kollegen oder bist Du bewusst auch mal aus dieser Routine ausgebrochen?

Ich plane meine geschäftlichen Mittagessen manchmal strategisch. Anstatt immer wieder mit den gleichen Leuten am Tisch zu sitzen, rufe ich interessante Leute an und frage sie, ob sie nicht Lust hätten, mit mir Mittag zu essen. Eine meiner ersten Fragen am Tisch ist dann immer: „Wer ist eigentlich der interessanteste Mensch, den du in den letzten Monaten kennengelernt hast – und wie kann ich den kennenlernen?“ Und so fülle ich Woche für Woche mein Leben mit neuen, spannenden Kontakten.

Oder privat: Wie sieht es mit der Abendeinladung der Nachbarn aus, die regelmäßig kommt, die aber weder interessant noch inspirierend ist, die man aber annimmt, weil man gerade nichts anderes vorhat. Wen könntest Du stattdessen treffen?

2. Beurteile deinen Umgang mit anderen Menschen

Mit wem hast du kürzlich Zeit verbracht? Mit wem möchtest du mehr Zeit verbringen und mit welchen Menschen möchtest du dein Zeitinvestment reduzieren oder vielleicht sogar ganz streichen?

Aber Vorsicht: Dabei geht es nicht um Nutzenmaximierung! Es ist keine gute Idee, nur noch Zeit mit Menschen zu verbringen, von denen wir glauben, dass sie uns helfen können oder auf andere Art und Weise nützlich für uns sein könnten. Was ich viel wichtiger und nachhaltiger finde, ist der langfristige Wert einer gegenseitig inspirierenden und fruchtbaren Beziehung.

Warum ist das so wichtig? Weil wir Menschen soziale Wesen sind. Wir kommunizieren ständig, tauschen Gedanken aus, beeinflussen andere und lassen uns beeinflussen. Jede einzelne Beziehung hinterlässt bei uns Spuren wie die Druckplatte auf dem Papier. Und zwar nachhaltig.

Auch wenn wir es selbst nicht bewusst wahrnehmen: Mit der Zeit werden wir so wie die Menschen, mit denen wir uns Tag für Tag umgeben. Umgeben wir uns mit Menschen, die träge und langweilig sind, werden wir irgendwann auch träge und langweilig. Suchen wir die Nähe von inspirierenden Leuten, die voller spannender Ideen sind, wird auch das auf uns abfärben.

Unser Leben ist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen. Diese These stammt von dem Unternehmer und Motivationstrainer Jim Rohn. Sozialwissenschaftler bezeichnen dieses Phänomen als „Peer-Group-Effekt“. Menschen kopieren gegenseitig ihre Meinungen sowie Verhaltens- und Denkweisen.

Fazit

Es ist wichtig, sich immer mal wieder zu fragen, A) wie wir unsere Zeit verbringen und B) mit wem wir unsere Zeit verbringen.

In ihrem Kern ist jede Entscheidung darüber, was wir tun und mit wem wir uns umgeben – privat oder beruflich –, immer auch eine strategische Entscheidung für oder gegen Innovation, Wachstum und Weiterentwicklung. Je interessanter und inspirierender Dein Umfeld ist, desto prägnanter ist Dein persönliches Wachstum.

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