Facebook Teil 1: Grundlagen einer Facebook Unternehmensseite resp. Fanpage

Veröffentlicht von Daniel

am 10. Oktober 2016

Unternehmen wünschen sich, neben Kunden, vor allem direkten Kontakt zu Ihrer Zielgruppe. Aus diesem Grund ist es schwer zu rechtfertigen, auf eine Präsenz in den sozialen Medien zu verzichten. Der Großteil der Klein- und mittelständischen Unternehmen hat das erkannt und nutzt mittlerweile Social Media. Das Wichtigste und wohl auch am Häufigsten genutzte soziale Netzwerk ist Facebook. Weil ich immer wieder gefragt werde, ob sich das denn lohnt und wenn ja, wer wie was warum, habe ich mich entschlossen eine Beitrags-Serie über Facebook machen. Beginnend, möchte ich in diesem Beitrag darauf eingehen, was denn grundlegend für eine Facebook Unternehmensseite oder Fanpage ist und wie das denn geht. In Teil 2 geht es um Merkmale einer guten Fanpage, Teil 3 widmet sich der Werbung auf Facebook und der vierte und letzte Teil zeigt ein paar Tools, die auf die Reise mit können.

Ich möchte hier allerdings nicht auf die erste Registrierung bei Facebook eingehen, denn wie man sich irgendwo anmeldet, sollte mehr oder weniger klar sein:) Voraussetzung, um eine Unternehmensseite anlegen zu können, ist ein persönlicher Account bei Facebook. Da du dich ja nicht sich selbst bewerben willst, sondern dein Unternehmen (Ausnahmen bestätigen die Regel:), logge dich also mit deinen persönlichen Daten ein und rufe dann diesen Link (Facebook) auf, um eine Unternehmensseite anzulegen.

Name und erste Info deiner Facebook Unternehmensseite

Hier musst du zuerst die Art deines Unternehmens wählen. Es gibt z.B.

  • “Lokales Unternehmen oder Ort” für ein regionales Unternehmen, wie z.B. ein Ladengeschäft
  • “Unternehmen, Organisation oder Institution” für ein Unternehmen ohne regionalen Bezug
  • “Marke oder Produkt” für Ihr Produkt oder Ihre Marke?

Je nachdem, für was Du Dich entscheidest, hast Du unterschiedliche Funktionen. So kannst Du zum Beispiel bei einem lokalen Geschäft Öffnungszeiten hinterlegen, die dann in Facebook angezeigt werden. Darüber hinaus können sich Facebook-Nutzer auch an diesem Ort markieren. Danach musst du in dem Dropdown-Menü die passende Unterkategorie für dein Unternehmen aussuchen. Dann gibst du der Seite einen passenden Namen, am Besten eignet sich hier natürlich der Markenname des Unternehmens, hinzu kommen Adresse und Telefonnummer.

Eine sog. Vanity-URL ist eine „schöne” Webadresse für Deine neue Facebookseite www.facebook.com/unternehmensname. Früher konnte man eine Vanity-URL für eine Facebook-Seite erst einrichten, wenn die Seite über eine Mindestzahl von, ich glaube 30, Fans verfügte. Inzwischen kannst du die Vanity-URL auch direkt bei der Einrichtung der Facebook-Fanpage erstellen, sofern die URL nicht schon von belegt ist, denn nicht nur Facebook-Fanpages können sich inzwischen solche URLs einrichten, auch private Accounts dürfen das. Solltest du während der Einrichtung keine Wunsch-URL angeben können, dann kannst Du diese auch nachträglich ändern. Danach fragt Facebook die wichtigsten Daten über dein Unternehmen ab. Diese Informationen sollten so ausführlich und genau wie möglich ausgefüllt werden – das hilft den späteren „Fans“, sich auf der Seite zurecht zu finden.

ZUR HILFE HABE ICH EINE KLEINE CHECKLISTE VORBEREITET. GERNE ZUR VORBEREITUNG NUTZEN:

Checkliste downloaden

Nun geht es darum die Seite mit grundlegenden Angaben und Inhalten zum Unternehmen zu füllen. Erklär deinen Besuchern, was sie auf der Facebookseite erwartet: Dazu gehst du auf “Seiteninfo bearbeiten”. In der linken Spalte gibt es nun Adressfelder, Fragen zum Inhaber, Gründungszeitpunkt, Produkte, Auszeichnungen usw..

Impressum nicht vergessen!

Bevor du die Fanpage letztendich veröffentlichst, solltest du das Impressum hinterlegen. Das machst du in den Einstellungen unter „Seiteninfo“ im Feld „Impressum“. Dies ist sehr wichtig, es gehen immer mal wieder Abmahnwellen um, bei denen Betreiber der Fanpages wegen des fehlenden Impressums abgemahnt werden. Es gilt auch in allen anderen sozialen Netzwerken die Impressumspflicht, wenn du sie kommerziell nutzt. Mehr dazu auf e-recht24.de.

Profilbild

Jetzt solltest du ein Profilbild anlegen. Ein gutes Bild ist unerlässlich und steigert die Wiedererkennung der Seite. Achten aber darauf, dass du die Bildrechte besitzt. Das Bild sollte quadratisch sein. Ich empfehle hier immer das Logo zu nehmen, außer ein etwaiger Schriftzug ist in der Größe 180 x 180 px nicht mehr lesbar. Angaben zu den Größen der jeweiligen Bilder gibt es hier: Bildgrößen für Facebook

Dieses Bild und was es sonst noch über das richtige Profilbild zu wissen gibt, gibt es hier nachzulesen: 10 Tipps für das perfekte Facebook Profilbild.

Gestaltung deiner Facebookseite

Noch läuft deine Facebookseite auf Sparflamme. Es wird Zeit, sie „mit leben zu füllen”, denn wie jede Website ist auch die Unternehmensseite auf Facebook ein v.a. visuell funktionierendes Werkzeug. Mit ein paar guten Fotos, besonders toll auch Videos, kannst du die Seite gut aussehen lassen.

Nutze das Titelbild als Werbefläche!

Besonders das Zusammenspiel von großformatigem Titel und dem kleinen Profilbild macht etwas her. Echt kreative Beispiele gibts z.B. hier zu bestaunen.

Ein Fehler, den viele machen, ist eben das große Titelbild. Du hast (hoffentlich) Geld und Mühe und deine „klassische“ Unternehmens-Website gesteckt, Zeit für Logos, Slogans etc. aufgewandt. Für die Fanpage blieb dann vielleicht keine Zeit oder Budget mehr übrig, und es wird ein nichts-sagendes Produktbild oder ein nicht zum allgemeinen Unternehmensauftritt passendes Bild verwendet. Das Titelbild ist aber das Willkommensbild, der Eye-Catcher, deiner Fanpage und es nimmt so viel Platz ein, dass du es unbedingt geschickt nutzen solltest. Denn die meisten Nutzer kommen nicht mehr zu deiner Fanpage zurück, wenn sie einmal „Gefällt mir“ geklickt haben. Wenn du aber ab und zu das Timeline-Bild änderst, erscheint es ebenso im Newsstream wie deine Beiträge. So kannst du mit diesem Bild auf Angebote, neue Produkte, Events oder Ähnliches hinweisen und so Aufmerksamkeit erregen. Es sollte sich um ein aussagekräftiges und qualitativ hochwertiges Bild handeln und wenig Text beinhalten.

Um alle Arten von Bilder, wie auch Facebook-Titelbilder, schnell und in tollem Design zu erstellen, kenne ich nichts Besseres als Canva.

Wenn du auf das Bild klickst, erscheint übrigens die Beschreibung, die du nutzen solltest, um weitere Informationen über dein Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Oder ein Angebot vorstellen, einen Event promoten etc. Füge auch einen entsprechenden Link für weitere Informationen hinzu. Doch Vorsicht, denn es kann sein, dass Facebook das Cover-Bild löscht, weil es gegen Richtlinien verstößt. Nicht erlaubt ist zum Beispiel, Werbung wie “Jetzt XX% Rabatt sichern” oder “Jetzt von unserer Webseite downloaden!” im Bild unterzubringen. Die Richtlinien für das Bild, wie auch für die gesamten Facebook-Fanseite, sind hier nachzulesen. Und was jetzt? Analog zur Webseite, hört es nach Veröffentlichung der Seite nicht auf, sondern beginnt genau jetzt. Bevor es aber mit Inhalt los geht, noch 2 Vorbemerkungen:

1. Es geht um Interaktion – Wachstum geschieht daher durch Engagement

Nun wird es Zeit, aktiv zu werden: Veröffentliche regelmäßig Neuigkeiten und Hinweise über die Statuszeile der Facebook Unternehmensseite. Diese Nachrichten erscheinen im Profil der Fans. Außerdem solltest du auf anderen Seiten nach relevanten Posts suchen, diese kommentieren und liken.

Wieviele Posts solltest du auf deiner Facebook-Unternehmensseite veröffentlichen?

Erster Maßstab sollte ein inhaltlicher sein: Poste vor allem dann, wenn du auch etwas zu sagen hast. Und am Besten, du schaust dir die statistischen Werte an. Eine Untersuchung sagte mal 0,5 Posts pro Tag, besser noch ein Post alle zwei Tage seien die statistisch beste Anzahl. Eine weitere Statistik zeigte aber auch, dass zu viele Posts sich negativ auf die Fanentwicklung auswirkten. Einen “Mega-Guide” zu Facebook mit zahlreichen Erkenntnissen und Auswertungen gibt es bei Buffer (was übrigens auch ein super Tool ist, doch dazu in einem gesonderten Post): https://blog.bufferapp.com/facebook-marketing

Doch Facebook selbst liefert dir selbstverständlich auch die wichtigen Daten deiner Seite: Insights heißt dieser Service, bei dem man die erfolgreichsten Posts, Fanentwicklung und vieles weitere anschauen kann. (Kürzlich gab es ein Update des Facebook-Algorithmus, mit dem Facebook den Newsstream der Nutzer so organisiert, dass Beiträge von Freunden bevorzugt gezeigt werden. Das bedeutet, dass die Beiträge einer Fanpage kaum noch angezeigt werden, außer deine Fans interagieren öfters, d.h. liken, teilen oder kommentieren.)

Wann ist eine gute Zeit zu posten?

Grundsätzlich gilt: Poste nicht, wenn du Zeit hast, sondern dann, wenn die Fans Zeit haben. Fans sind auf Facebook vor allem in ihrer Freizeit oder zu Randzeiten aktiv: Entsprechend sind die besten Postingzeiten früh morgens, kurz vor Mittag oder gegen Feierabend um 17.00 Uhr. Auch hier nochmal Hinweis auf den oben genannten Guide von Buffer sowie eine weitere Referenz auf deren Seite mit Auswertungen über mehrere soziale Netzwerke und die beste Zeit zu posten: https://blog.bufferapp.com/best-time-to-tweet-post-to-facebook-send-emails-publish-blogposts

Behalte die Engagement-Rate im Auge

Neben eigenen Aktivitäten sind es vor allem die Aktivitäten der Fans, die der Seite zum Erfolg verhelfen. Die so genannte Engagement-Rate, also die durchschnittliche Zahl von Likes, Kommentaren und Shares pro Fan, hilft dabei. Grundsätzlich gilt: Je höher die Engagement-Rate, desto höher das Wachstum. Dies gilt im Durchschnitt sowohl für die besten Seiten, als auch für mittelmäßige Seiten. Und du kannst diese Rate selbstverständlich erhöhen: Liefer’ deinen Fans einen Grund, deine Inhalte weiterzutragen! Das kann vom Unternehmensvideo bis einem kleinen überraschenden Text (fast) alles sein.

Facebook bedeutet Interaktion mit den Fans

Viele Social Media Manager sind der Meinung, wichtiger als das Wachstum einer Facebookseite sei die Interaktion mit den Fans. Einer der effektivsten Wege dafür sind Wettbewerbe: Die Preise können dabei virtuell, etwa der „Fan des Monats/Jahres“ aber auch materiell sein. Doch viel wichtiger ist die Alltagsarbeit: Knapp 95 Prozent aller Marken reagieren nicht auf User-Kommentare. D.h. kurz: Immer auf Anfragen reagieren – auch und vor allem auf kritische – und immer zeitnah und freundlich.

2. Hab’ einen Plan

Bevor du nun kostbare Zeit investierst, um viele Fans auf deine Facebook Unternehmensseite zu locken, mach erstmal einen Plan! Wenn du mit der Seite erfolgreich sein willst, dann heißt das, langfristig an der Seite zu arbeiten.

Mach Ressourcen frei

Nichts ist schlimmer, als wenn die Facebookseite nach nur wenigen Wochen verwaist, weil du dich nicht mehr darum kümmern kannst/willst. Mach’ dir also klar, wann, wie oft und/oder von wem die Facebookseite gepflegt wird. Tatsächlich besitzt nur ein geringer Anteil der Kleinunternehmen und Mittelständler, die Kapazitäten, dass Mitarbeiter für die Pflege der Social Media Kanäle täglich die nötigen Stunden einsetzen. Wenn du Hilfe brauchst;)

Steck dir (realistische) Ziele für die Social Media Aktivitäten

Das Ganze soll Spaß machen. Daher nicht verbissen rangehen und zu hohe Ansprüche stecken. Fanmassen kommen da erstmal nicht. Und Shitstorms auch nicht! Tatsächlich wachsen deutsche Facebookseiten eher langsam. Wie eine Studie ergab, wachsen die Hälfte der analysierten 60.000 Facebookseiten nicht schneller als 0,64 Prozent pro Woche, d.h. für eine Seite mit rund 1.000 Fans, ein Gewinn von ca. 25 neuen Fans pro Monat. Die besten 10% der untersuchten Seiten wachsen mit ca. 9 Prozent in einem Monat. Daher bitte realistische Ziele stecken und verfolgen. Und: niemals Fans kaufen!!!

Mehr Wissenswertes zum Thema u.a. zum Redaktionsplan für Facebook bei allfacebook.de.

In Teil 2 gehe ich näher auf Merkmale einer guten und erfolgreichen Facebook Seite ein. Stay tuned!

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