Selbst-Marketing. Wie man sich selbst vermarktet (ohne sich zu verkaufen)

Veröffentlicht von Daniel

am 6. Dezember 2016

Markenbildung: Personal Branding. Wie man sich selbst als Marke aufbaut.

Firmen und Produkte haben/sind Marken. Aber aus welchem Grund auch immer, fühlen sich viele von uns unwohl bei dem Gedanken daran, eine eigene, persönliche Marke zu entwickeln. Vielleicht fühlt es sich irgendwie erzwungen an. Oder du möchtest dich selbst nicht so in die Öffentlichkeit stellen. Oder du fühlst dich, als würdest du deine Seele verkaufen. Aber „personal branding“ ist nicht so schlimm wie es klingt. Was es bedeutet ist:

Als Unternehmer, Hersteller, Künstler (was auch immer du bist), ist dein Geschäft, dein Handwerk, deine Kunst (was immer du produzierst) eine Verlängerung deiner selbst und ein Teil deiner Geschichte, deines Lebens.

Das Aufbauen deiner Selbst als Marke verwebt also deine Arbeit und dein Leben, du teilst nicht nur einen Teil, sondern dein Lebenswerk.

Es gibt einen Grund, warum manche der bekanntesten Marken oftmals fest mit der Person dahinter und deren Reputation verbunden sind. Bill Gates und Microsoft, Richard Branson und Virgin, Steve Jobs und Apple – diese Unternehmer sind eindeutige „Eigenmarken“, die untrennbar mit den Firmen verbunden sind, die sie aufgebaut haben. Tesla, die behaupten bzw. behauptet haben, ein Marketing Budget von 0$ zu haben, sind evtl. nur ein Teil von Elon Musk’s eigener Marke als Visionär.

Diese Unternehmer nehmen, was immer sie besonders macht, und verpacken es in ein einheitliches, authentisches und eindrucksvolles Gesamtpaket. Im Kern beinhaltet effektives „personal branding“:

  • Das Aufbauen von Glaubwürdigkeit, um deine öffentliches Netzwerk (Public Relations) und Bemühungen zum Aufbau deines Business zu verbessern.
  • Das Anzapfen deines Netzwerks, um mit deinen Ideen früh Fuß zu fassen und/oder die ersten Verkäufe zu machen.
  • Authentisch sein, um eine dauerhafte und nachhaltige Präsenz auf zu bauen (jemand anderen zu spielen wird auf Dauer anstrengend:)
  • Deinem Unternehmen ein Gesicht und einen realen Namen zu geben, um mehr Vertrauen von Kunden zu bekommen.
  • Eine dauerhafte Plattform zu schaffen, die du nutzen kannst, um deine vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Bemühungen zu teilen.

 Hier sind einige Ideen, die du nutzen kannst, um deine eigene Marke zu stärken: 

Geh’ raus: online aktiv zu sein, ist ein Vorteil

“Eine Marke ist eine Mischung aus Erwartungen, Erinnerungen, Geschichten und Beziehungen, die zusammengenommen zu der Entscheidung des Kunden führen, ein Produkt oder eine Dienstleistung einer anderen vorzuziehen.“

Seth Godin

Die Stärke deiner Marke ist nicht unbedingt die Zahl deiner Follower, sondern die Summe aller deiner Online-Aktivitäten. Es ist , wie wir alle täglich merken, eine unruhige Welt, aber bedeutende Taten stechen im Normalfall aus einen Großteil des Durcheinanders heraus. Dazu können z.B. die Kommentare, die du unter einem Artikel hinterlässt, deine Aktivitäten auf Twitter, die Veröffentlichung deiner Gedanken oder Fallstudien zählen. 

Unternehmer, die online aktiv sind, haben dadurch einen Vorteil, dass die Verteilung der Aufmerksamkeit online verzerrt ist – die meisten Menschen erfahren die Inhalte passiv. Tatsächlich sind schätzungsweise 90% der Internetnutzer stille Beobachter, die nur selten ihre Meinung in Kommentaren, Bewertungen oder anderen Inhalten mitteilen.

Du musst also keine Awards gewinnen oder Multimillionär sein, um deine eigene Marke aufzubauen. Wenn du online aktiv bist, deine Gedanken teilst und dabei beständig bleibst, dann bist du beim Aufbau den meisten anderen voraus.

Sei dir über deine Geschichte im Klaren

 „Jeder ist zwangsläufig der Held seiner eigenen Lebensgeschichte.“

John Barth

Es gibt viele Aspekte deiner Marke, die nicht in deiner Hand liegen, aber deine persönliche Geschichte hast nur du und kannst nur du schreiben. Du hast die Kontrolle darüber. Darum sollte es ein wichtiger Teil all deiner Veröffentlichungen sein. Effektives Storytelling ist das Zeigen von Veränderung – es ist das Zeigen, nicht „nur“ erzählen, wie du es geschafft hast von Punkt A zu Punkt B zu gelangen.

Wie jede gute Geschichte, sollte auch deine Story, deine Motivation, deine Wurzeln und deine Ziele betrachten. Du musst nur die Aspekte finden, die es Wert sind, erzählt zu werden. Und das beginnt damit, dein Leben zu begutachten und herauszuarbeiten, worum es dir geht und wofür du stehst. Dein Warum.

Hab keine Angst, am tiefsten Punkt zu beginnen und der Welt zu erzählen, wie du dahin gekommen bist, wo du jetzt bist. Je größer dabei die Lücke zwischen Punkt A und Punkt B ist, desto eher hat deine Geschichte das Potenzial, andere mitzureissen und dich zu unterscheiden. Auch wenn man diesbezüglich und vor allem heutzutage geteilter Meinung sein kann, aber die alte „Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär“-Geschichte funktioniert. Wer hört nicht gern die Geschichte eines Underdogs?

Tu was, sei aktiv und sag’ es weiter.

„Die Wälder wären sehr still, wenn außer denen, die am besten singen, keine Vögel singen würden,.“

Henry Van Dyke

Etwas anzufangen und die ersten Früchte seiner Arbeit zu sehen, kann ein einsames Bemühen sein, wenn ein Großteil der Arbeit hinter verschlossenen Türen stattfindet. Daher ist „Do things, tell people“ hier die Devise, denn niemand bekommt inmitten all des Durcheinanders die tollen Ergebnisse deiner Arbeit mit, wenn du sie nicht selbst mit der Welt teilst.

Besetze, was du tust. Wenn nicht du, wer dann?

Für viele Unternehmer sind die ersten Kunden Freunde und Familie. Die Menschen, die sich für das interessieren und dich dabei unterstützen, was du tust, sind die Grundlage, die dir helfen, einen ersten Fuß auf den Boden zu kriegen und deine Idee in Gang zu bekommen. Wenn also ein bestimmter Meilenstein erreicht oder Erfolg für dich besonders wichtig ist, erzähl es den Menschen. Dabei ist es ganz egal, ob es der Start deines Geschäfts, eine bestimmte Anzahl an Verkäufen, ein Artikel über dein Unternehmen oder eine besonders positive Kundenbewertung ist.

Teile deine Geschichte während sie passiert und Menschen, die sich für deine Entwicklung interessieren, werden dir folgen und teilhaben.

Verbreite deine Story durch Content

Content Marketing ist nicht für jedes Produkt und Marke einfach. Aber es ist eine unglaublich vielseitige Strategie, um deine persönliche Marke, deinen Brand, aufzubauen, indem du Inhalte mit deinem Namen produzierst und Inhalte filterst, für andere sortierst und teilst (sog. Curated Content). Was du online teilst, reflektiert deine Interessen, während es dazu beiträgt, eine eigene, aktive und authentische Online-Präsenz aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

Erzähl’ daher Geschichten, lehre, was du gelernt hast oder teile die Schwierigkeiten, die du hast, um den Menschen etwas interessantes, lehrreiches und menschliches zu geben. Diese Art von Content funktioniert, es gibt sogar eine tolle Plattform dafür: Medium.

Es muss aber nicht immer Geschriebenes sein. Du kannst mit Video auf YouTube beginnen, einen Podcast beginnen, in Podcasts erscheinen, Gastbeiträge für andere Blogs schreiben oder einen “Blick hinter die Kulissen” über Snapchat anbieten.

Diese Regeln gelten für Content Marketing allgemein: Veröffentliche Inhalte, die deine Zielgruppe interessiert, fessele ihr Interesse und erlange so immer mehr Aufmerksamkeit über die Zeit.

Du selbst sein vs. dein Image managen

„Du bist auch eine Marke. Ob du es weißt oder nicht. Ob du es magst oder nicht.“

Marc Eckö

Kennst du das Gefühl, kurz bevor du auf “Veröffentlichen” drückst (wer von euch Mailchimp nutzt, kennt deren lustige Animation dazu). Wir sind wählerisch und irgendwie gehemmt von dem, was wir von uns selbst mitteilen, wo wir es teilen und mit wem wir es teilen. Es gibt einen Grund, warum die meisten von uns andere Sachen auf LinkedIn teilen, als auf Facebook. Es gibt einen Grund, warum viele Menschen mit einem anderen Gesicht zur Arbeit gehen, als im restlichen Teil ihres Lebens.

Eine Studie von Deloitte hat entdeckt, dass 61% der Teilnehmer zugeben, einen großen Teil von sich draußen zu lassen, wenn sie zur Arbeit gehen. Ein klares Indiz dafür, wie sehr wir uns bezüglich unserer eigenen Marke und Person zu schützen versuchen. Wir möchten das was wir tun, den Eindruck, den wir machen, kontrollieren und filtern. Da ist es verständlich, wenn alles der Privatsphäre untergeordnet wird, wenn es um die eigene Online-Präsenz geht. Aber das ist nicht, was mit dem bewussten „Managen“ des Eindrucks gemeint ist. Das ist eher Maskieren.

Ich möchte dazu ermutigen, einige deiner sozialen Profile bewusst öffentlich verfügbar zu machen und dazu zu verwenden, dass Leute sie entdecken können und du ihnen deine Reise auf authentische Weise schildern kannst (soweit du dazu bereit bist). Viele soziale Netzwerke lassen dich wählen, welche Teile deines Profils du öffentlich sichtbar machen möchtest. Facebook zum Beispiel lässt dich „Follower“ sammeln, die einen eingeschränkteren Blick auf deine Aktivitäten haben, als deine „Freunde“. Snapchat lässt dich Snaps öffentlich teilen, während du andere privat mit individuellen Kontakten teilen kannst. LinkedIn ist für eine öffentliche und professionelle Darstellung gedacht und sollte für Leute optimiert sein, deren Ziel es ist, mehr über deine Karriere zu erfahren oder mit dir in Kontakt zu kommen, um mit dir Geschäfte zu machen.

Mache dir also Gedanken, wie du deine sozialen Netzwerke einsetzt, um eine Plattform zu schaffen wo du zeigst, wer du bist.

Trete Communities bei und sei präsent in den richtigen (Ziel)Gruppen

 Die Aktivitäten, die du online tätigst – sei es Kommentieren, das Liken von Beiträgen oder Tweeten von Bildern – hinterlassen einen Online-Fingerabdruck. Das Hinterlassen von Fingerabdrücken kann effektiv dazu beitragen, Netzwerke mit anderen zu bilden, Interesse für dein Business zu wecken und Klicks für deine Seite zu generieren.

Als Teil deiner Bemühungen kannst du nach Communities und Gruppen suchen oder selbst welche gründen, in denen sich deine Zielgruppe aufhält. Das muss nicht unbedingt online sein. Verschiedene Plattformen können dir helfen, die richtigen Netzwerke offline (z.B. BNI)  in deiner Gegend zu finden. Sei dir dabei immer bewusst, dass deine Taten einen Beitrag zum Wert der Gruppe darstellen sollten.

Nutze deine Stimme, um Dinge zu tun, die Wert geben: Lehre, unterhalte, engagiere dich und inspiriere andere – deine Reputation wird es dir danken

Optimiere deine Profile in sozialen Netzwerken für deine persönliche Marke

Dein Profil, dein Lebenslauf, deine Biografie kommunizieren, wer du bist und was du bisher getan hast. Du platzierst dort auch Links, um das Interesse des Lesers in Richtung deines Shop/Blog/Buch oder deiner Homepage zu lenken. Die Kraft eines guten Lebenslaufs sollte auch nicht unterschätzt werden. Du hast die Gelegenheit, deinen digitalen Fingerabdruck zu nutzen, um neugierige Klicks auf dein Profil in Aufmerksamkeit für deine Marke oder sogar Verkäufe zu verwandeln.

Während dein Lebenslauf in verschiedenen Netzwerken verschieden ausfallen wird, sollte er allgemein dies beinhalten:

  • Dein Name (da die Menschen danach suchen)
  • Unternehmen und andere Online-Profile, die mit dir als Marke verbunden sind
  • Ein gutes Foto von dir als Profilbild
  • Relevante Keywords, die mit deinem Themenbereich verknüpft sind
  • Eine Tonalität, die deine Persönlichkeit ausdrückt
  • Einen taktischen Link oder Handlungsaufruf (Call-to-Action)

Einfache Vorlage: Ich bin [Titel] bei [Firma]. Wenn ich nicht gerade [deine Tätigkeit], dann [lustiger Spruch]. [Handlungsaufruf]

Die Welt ist (d)eine Bühne

Irgendetwas aufregendes passiert immer, wenn du dich entscheidest, deine Leidenschaft in die Öffentlichkeit zu tragen und als Unternehmer, Künstler oder Produzent zu erscheinen. Je nachdem, was du tust und was dein Leben für dich lebenswert macht.

Deine persönliche Eigenmarke entwickelt sich auf natürliche Weise, wenn du das Beste in dir zum Vorschein bringst und du der Herr/die Frau über dich selbst und über das bist, was du tust. Wir haben alle eine Stimme, eine Geschichte und die Möglichkeit, eine Plattform dafür aufzubauen.

Vergiss nicht: Die ganze Welt ist eine Bühne. Willst du zu zuschauen oder selbst vortreten und deiner Stimme Gehör verschaffen?

Mich würde interessieren, was für dich klappt und wo und mit welchen Methoden du Erfolge verzeichnen kannst?

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1 Kommentar

  1. Toller Blogpost! Ich bin durch Zufall darauf gestoßen. Besser hätte ich es auch nicht sagen können, und ich finde, du passt die passenden Worte und auch Zitate gefunden. Mich hat dein Blogpost auf jeden Fall auch inspiriert. :) Und alleine der Name deiner Firma ist echt klasse. Einfach so klar auf den Punkt und viel drumherum. Weiterhin viel Erfolg!

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