Wir haben heute mehr Möglichkeiten denn je, um für unsere eigene Unterhaltung zu sorgen. Ob es E-Mails-checken ist, durch Social Media Feeds scrollen oder lustige YouTube-Videos ankucken, es gibt eigentlich immer etwas zu tun.

Niemand “verschwendet” seine Aufmerksamkeit für eine langweilige Anzeige. Aufmerksamkeit ist das wertvollste Gut heutzutage.

Aufmerksamkeit mit bezahlter Werbung zu kaufen, funktioniert (in bestimmten Situationen), aber es gibt noch andere Wege, um online für nachhaltiges Wachstum zu sorgen.

Der Aufbau eines eigenen Publikums

Du kannst dein eigenes Publikum aufbauen – und dir die wertvolle Aufmerksamkeit verdienen, anstatt sie zu kaufen.
Das ist zwar ein langwieriger Prozess, der viel Mühe erfordert, aber genau so machen es einige der Top-Unternehmer/n, die online Erfolg haben.

Eine “Versicherung” gegen die Höhen und Tiefen des Geschäftslebens

Viele Freiberufler und Kleinunternehmer fokussieren sich „nur“ darauf, genau ausreichend Kunden zu finden, um sich selbst zu erhalten – und vielleicht, hoffentlich zu wachsen. Alles andere scheint verschwendete Anstrengung. Kein Thema, ist ja verständlich, vor allem, wenn du versuchst, dein Unternehmen auf den Weg zu bringen. Einige von uns brauchen sicher keine tausende Kunden, um signifikanten Einfluss auf die eigene finanzielle Situation zu nehmen. Bei nur so vielen Stunden am Tag mag der Gedanke, ein breiteres Publikum aufzubauen, überflüssig klingen.

Eine andere Perspektive

Ein Publikum ist wie eine Versicherung, die vor Ebbe und Flut des eigenen Geschäftsbetriebs schützt. Wenn ein paar, oder auch nur einer, der Top-Kunden (zur gleichen Zeit) aufhören, Geschäfte mit/bei dir zu machen, kann es schnell eng werden. Ohne ein Netzwerk, dein Publikum, das dich kennt und dir vertraut, musst du dich weitaus mehr anstrengen, um an neue Aufträge zu kommen.

In dieser Situation ein Publikum zu haben, erlaubt es, etwas von dem sozialen Kapital, das du aufgebaut hast, einzulösen. Wenn es dann mal hart auf hart kommt, kannst du ein neues (digitales) Produkt auf den Markt bringen oder damit neue Kunden gewinnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ausreichend Gelegenheiten für weiteres Geschäft bieten, ist viel höher, wenn du ein Netzwerk an Kontakten hast.

Warum du ein Publikum aufbauen solltest

Weitere Gründe warum es sich lohnt, ein Publikum aufzubauen:

  • Niemand kann dir dein Publikum wegnehmen. Einzelne Kunden kommen und gehen. Aber solange du eine Menschenmenge hast, die dir Aufmerksamkeit schenkt, hast du das Potenzial, schnell neue Chancen zu generieren.
  • Feedback und neue Ideen. Wer kann dir besser zeigen, wie es um dein Geschäft steht, als deine Zielkunden? Ein Publikum kritisiert konstruktiv, wie du dich verbessern kannst. Sie werden auch nach neuen Produkten und Dienstleistungen fragen – Ideen, an die du selbst nie gedacht hättest.
  • Autorität und Möglichkeiten. Ein engagiertes Publikum gibt dir Autorität. Von dieser Plattform aus kannst du andere Einflussnehmer und potenzielle Partner in deiner Nische gewinnen.
  • Dein Publikum hilft dir zu wachsen. Zwei der effektivsten Marketingstrategien sind: 1. Social Sharing und 2. Mundpropaganda. Ein Publikum wird dir helfen, die Botschaft zu verbreiten, was zu exponentiellen Wachstum führen kann.

Wie das geht?

Wenn du den Wert des Aufbaus einer „Gefolgschaft“ erkannt hast, lass’ uns darüber reden, wie man es angeht.

1. Hör’ zu!

Du weißt, was man über Annahmen und Vermutungen sagt… Eine der gefährlichsten Fallen.

Wir sind Experten in unseren Bereichen. Wir stecken tief in der Materie. Wir könnten also schlussfolgern, dass wir genau wissen, wonach unser Publikum sucht.
Oder?
Naja, nicht ganz.

Annahmen zu treffen, um dann Botschaften zu verbreiten, von denen du denkst, dass sie funktionieren, ist wie mit einem winziges Schild zu winken, auf dem steht: “Achtet auf mich”. Online ist ein überfüllter Raum – es ist unwahrscheinlich, dass du und dein Schild irgendwelche Blicke auf sich ziehen. Selbst wenn, ist es eher unwahrscheinlich, dass diese Person über das sprechen möchte, über das du gerade sprechen möchtest.

Es wäre daher schlauer, zuerst dorthin zu gehen, wo das Gespräch bereits stattfindet.
Gibt es beliebte Blogs in deiner Branche oder Nische? Wenn ja, welche Inhalte bekommen den meisten Traffic und Kommentare?
Welche Fragen tauchen auf Q&A-Websites wie Quora oder Reddit am Häufigsten auf? Welche Fragen bekommst du von Kunden am Meisten zu hören?

Wenn du das alles zusammenfasst, wirst du Strömungen/Trends erkennen. Du wirst feststellen, welche Themen bei deiner Zielgruppe den größten Anklang finden und wie sie sich darüber unterhalten, dh. welche Formate und Medien (Blog, Video, Podcast, etc.).

Das verschafft dir einen enormen Vorteil. Anstatt zu raten, wie und wo man die richtigen Leute findet, kannst du zu ihren Lieblingskanälen gehen und sie auf Themen ansprechen, die Ihnen am Herzen liegen. Es wird nicht alles sofort funktionieren, aber das ist normal. Das Feedback deiner Zielgruppe wird dich schrittweise zu den fruchtbarsten Themen führen.

2. Gib’ Leuten einen Grund, dir Aufmerksamkeit zu schenken: mit Killer-Inhalten.

“Konversation ist König. Inhalt ist nur etwas, worüber man reden kann.” Cory Doctorow

“Sieh mich an!“ zu schreien ist nicht mehr genug. Jeder ist völlig geplättet von all den Marketingbotschaften, denen er täglich begegnet. Wir haben gelernt, diese Dinge möglichst auszublenden – und vor allem diejenigen schnell auszusortieren, die nur auf Selbstdarstellung aus sind.

Das schließt deine Zielgruppe mit ein. Das heißt, du musst den Menschen einen wirklich guten Grund geben, auf dich zu achten.

Eine der effektivsten Möglichkeiten, dies zu tun, ist die Erstellung von Inhalten (Content). Mit einem einmaligen Zeit- und Arbeitsaufwand kannst du etwas produzieren, das die Menschen in Monaten – oder sogar Jahren – noch sehen können. Es ist eine vergleichsweise einfache Möglichkeit, dauerhaft für genügend Interaktion zu sorgen, wie sie für den Aufbau eines großen Publikums erforderlich ist.

Welche Inhalte solltest du erstellen?

Achte auf die Überschneidung zwischen: 1. wo dein Publikum gerne rumhängt und 2. dem Medienformat, zu dem es neigt.

Hier sind ein paar Tipps, die helfen, die Traktion zu verbessern:

  • Konsistenz ist entscheidend. Wenn deine Zuhörer/Leser/etc. nicht wissen, wann sie neuen Inhalt erwarten können, hören sie auf zu checken.
  • Qualität vor Quantität. Mit einem richtig guten Blog-Post pro Woche erzielst du bessere Ergebnisse als mit fünf sinnlosen.
  • Vergiss’ Perfektion. Es ist ein schmaler Grat zwischen Wertschätzung von Qualität und Perfektionismus. Tu, was du kannst, und dann weiter.
  • Du brauchst keine komplett neuen Themen. Bekannte Themen mit deinem individuellen Stil, der Sprache und der Sicht darauf macht das ganze frisch und neu. Sei einfach du selbst. Mach dir Gedanken, wie du die Themen so präsentieren kannst, wie nur du es kannst.
  • Erstelle Inhalte für verschiedene Untergruppen innerhalb der Zielgruppe. Erstelle z.B. Inhalte für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis.
  • Lass dich von deinem Publikum leiten. Die Resonanz zeigt dir, welche Themen die meiste Aufmerksamkeit erhalten.

3. Geliehenes Publikum und Autorität

Dieser Tipp funktioniert am Besten, wenn du noch kein oder ein kleines Publikum hast. Das “Ausleihen” eines Publikums – und die Autorität der Person, zu der es gehört – ist eine der besten Möglichkeiten, dein eigenes Publikum aufzubauen.

Warum? Weil es wenig Sinn und Freude macht, vor einem leeren Auditorium zu spielen. Dein Inhalt mag fantastisch sein, aber er tut nichts Gutes, wenn niemand mit ihm interagiert. Das Leihen eines Publikums kann helfen, den Prozess zu verkürzen. Ryan Deiss nennt das den “Oprah-Effekt”. Durch das Interviewen Tausender einflussreicher Menschen wurde Oprah selbst zu einer unglaublich einflussreichen Person.

Es gibt ein paar Möglichkeiten, wie du dies tun kannst. Wenn es populäre Blogs in deiner Nische gibt, wäre ein sog. “Guest-Posting” der richtige Weg. Okay, deine Inhalte werden letztendlich auf deren Plattform landen, aber eine Biografie-Angabe und Link zurück zu deiner Website am Ende des Beitrags wird dir trotzdem viel Aufmerksamkeit bescheren.

Selbstverständlich kannst du auch die Oprah-Route nehmen und Interviews mit „passenden“ Leuten führen. Das funktioniert mit einem Podcast richtig gut (da schau her, husthust), oder auch nur mit schriftlichen Fragen und Antworten auf der eigenen Website.
Da die meisten einflussreichen Menschen sehr beschäftigt sind, musst du das Ganze kurz und bündig halten. Und du musst dir natürlich Gedanken darüber machen, wie du wiederum Wert für sie liefern kannst, damit es zu einer für beide Seiten vorteilhaften Interaktion wird -einen Gefallen tun wird dir eher selten jemand (den du nicht kennst und der dich nicht kennt).

4. Konzentrier’ dich!

Der Aufbau eines Publikums ist eine langfristige Geschichte. Es braucht viel Zeit und harte Arbeit. Du hast nur so viel davon, wie du es dir leisten kannst. Du musst also einen Weg finden, einerseits Kunden zu bedienen, um Geld zu verdienen, und gleichzeitig dein Publikum aufzubauen.

Dabei gibt es viele Möglichkeiten, wie man ein Publikum aufbauen kann. Ständig taucht ein neuer Kanal oder eine neue Social Media Plattform auf. Wenn du versuchst, sie alle zu bedienen, wird deine Botschaft verwässern. Vergiss es also.

Du musst deinen Fokus auf ein oder zwei Kanäle legen – und diese solange bedienen, bis du Ergebnisse siehst. Das macht es viel wahrscheinlicher, eine kritische Masse zu erreichen, die du brauchst, um dann richtig Schwung aufzubauen. Wenn du dir nicht sicher bist, welchen Weg du gehen sollst, denke an die Überschneidung zwischen dem Ort, an dem sich dein Ziel-Publikum befindet, und dem Kommunikationsstil/-kanal, der zu dir passt.

Der Anfang ist wie immer der schwierigste Teil. Sobald du ein wachsendes Publikum hast, wird es dir aber helfen, ein noch größeres aufzubauen (durch Social Media und Mundpropaganda). Dann kannst du deinen erhöhten Einfluss nutzen, um in andere Kanäle zu gehen.

5. Bleib’ dran – aber sei bereit umzuschwenken

Vielleicht bist zu mit dem Konzept des MVP (Minimum Viable Product) vertraut. “Ein Minimum Viable Product (MVP), wörtlich ein “minimal überlebensfähiges Produkt”, ist die erste minimal funktionsfähige Iteration eines Produkts, das entwickelt werden muss, um mit minimalem Aufwand den Kundenbedarf zu decken und Feedback zu gewährleisten.” Quelle: Wikipedia

Selbst wenn dein Unternehmen nicht technikbezogen ist, lohnt es sich in Richtung Silicon Valley zu kucken. Der Rat: Versuche so schnell wie möglich Feedback „aus der realen Welt“ zu sammeln.

Ein Publikum zu haben, kann dir helfen, ein skalierbares und wiederholbares Geschäftsmodell zu finden. Oftmals ist es aber nicht das, was man sich vorgestellt hat. Copyblogger hat als Blog begonnen, dann Schulungen angeboten und mittlerweile verkaufen sie (auch) Software.

Wenn du bereit bist, Rückmeldungen von Lesern/Zuhörern anzunehmen und offen für neue Gelegenheiten bist, kann sich, kannst du dein Unternehmen komplett transformieren. Das kann auch für Freiberufler gut funktionieren, die den Wechsel zu einem vollständigen Unternehmer/n vollziehen wollen. Voraussetzung ist eben, ein offener Geist, offene Augen, und sich nicht darauf zu beschränken, was das Unternehmen sein muss. Möglicherweise befindet sich der Erfolg woanders als dort, wo du begonnen hast. Aber wenn du mit deinem Publikum wächst, wirst auch du wachsen.

Ein Modell für langfristigen Erfolg

Der Aufbau eines Publikums kann eine der besten Investitionen für langfristigen Erfolg sein. Es braucht Zeit und viel Mühe, bis es sich auszahlt. Aber Aufmerksamkeit zu verdienen kann und wird dir eine gewisse Sicherheit über dein unternehmerisches, finanzielles  Schicksal geben.

Es gibt einige Vorbilder, die genau das auf diesem Weg geschafft haben, Brian Clark (Copyblogger), Derek Halpern (Social Triggers), Danny Iny (Mirasee) um hier nur mal ein paar zu nennen.

Es ist definitiv machbar. Und auch wenn es abgedroschen klingt: Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, um zu beginnen als heute!

Bau dir ein Publikum für dein Unternehmen auf!

Hast du bereits Erfolge damit? Wenn ja, welche Strategien haben sich für dich bewährt? Hinterlasse einen Kommentar und teile deine Erfahrungen.

Halli hallo. Mein Name ist Daniel Kientz und ich bin der Mensch hinter dieser Webseite und der dazugehörigen Unternehmung. Ich bin Ihr Partner für digitale Kommunikation.